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Fantasy & Dystopie Rezensionen

Die Götter müssen sterben

Die Götter müssen sterben

Auf Die Götter müssen sterben bin ich dank des Verlags-Newsletter von Droemer Knaur aufmerksam geworden. Ein packendes Epos rund um die verschiedenen Mythen der Amazonen, einem kriegerischen Volk aus den Zeiten der griechischen Antike, das ausschließlich Frauen als Kriegerinnen aufnimmt? Klingt auf jeden Fall gut! Dazu die wirklich tolle Covergestaltung und eine spannende Leseprobe – also auf in die Welt der Amazonen! Wie mir die Geschichte gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Ganz gleich, wer ihr seid und woher ihr kommt, die Göttinnen schützen euch. Vielselige, Frauen und Männer, Sklaven und Freie […] Wir alle sind Kriegerinnen im Herzen.

Die Götter müssen sterben, S. 100.

Worum geht es?

Areto lebt als Bedienstete im Hause des Königs von Athen, Theseus. Der hat die Amazone Antiope entführt, um sie zu seiner Frau zu machen. Doch die Amazonen kommen, um Antiope zu retten. Areto ist von Beginn an fasziniert von Antiope und den Amazonen und beschließt kurzerhand, sich ihnen anzuschließen und ihr Leben in Unterdrückung zu verlassen. Selbst schwanger flieht sie also mit den Amazonen nach Themiskyra, nachdem sie als „Beweis“ ihren eigenen Ehemann getötet hat, der sich den Fliehenden in den Weg stellen wollte.

Einige Jahre später hat sich Areto gut unter den Amazonen eingelebt, ist aber selbst keine Kriegerin. Doch die Zeit des Friedens währt nicht lange, denn der Trojanische Krieg steht vor der Tür. Während die Amazonen noch unschlüssig sind, ob sie eingreifen sollen, erscheint Artemis, die Göttin der Jagd, und erwählt ausgerechnet Areto mit ihrer Macht, um den Feldzug der Amazonen zum Sieg zu führen. Unter der Führung von Penthesilea ziehen die Amazonen also in den Krieg…

Rezension

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, wobei den größten Teil Areto einnimmt. Als Protagonistin fand ich sie extrem faszinierend, wie sie immer auch mit ihrem Schicksal hadert, es dann aber wieder „selbst in die Hand nimmt“. Genial! Die Abschnitte von Penthesilea, der Königin, waren ebenfalls spannend, da auch sie ihre Geheimnisse hat, die sie aber als Königin hintenanstellen muss. Die dritte Perspektive wird von Clete eingenommen, selbst Amazone und Geliebte von Areto. Insgesamt werden hier sehr viele queere Protagonist:innen eingebaut, zunächst natürlich Areto und Clete, aber auch Penthesilea, die in einer Beziehung mit zwei Männern ist, sowie Iphito, eine Vielseelige mit dem Pronomen „sier“. Vielfalt und Diversität stehen bei den Amazonen also ziemlich hoch im Kurs. Dabei wirken sie aber nie wie „special snowflakes“, sondern einfach wie normale Teile der Gesellschaft.

Die Handlung hangelt sich von Krieg zu Kampf zu blutigen Auseinandersetzungen. Insgesamt ist der Gewaltfaktor im Buch extrem hoch, was man sich bei dem Genre „Dark Fantasy“ auch denken kann. Zwischendrin gibt es immer auch detailliertere Sexszenen, die ich meistens überblättert habe, um in der Handlung weiter voranzukommen. Die Handlung selbst war mir leider definitiv zu sehr in die Länge gezogen. Bei der Hälfte des Buches beginnt dann endlich mal der Teil im Trojanischen Krieg, davor ist es mehr Geplänkel, um die Charaktere vorzustellen. Denn davon gibt es viele, so viele, dass ich bis zuletzt nicht wirklich einen Überblick hatte, wer nun wozu gehört. Hier hätte man – für mich – auch gut einige der Statist:innen weglassen können. Die eigentlichen Kampfszenen sind jedoch extrem spannend und mitreißend und auch der Spannungsbogen hat mir gefallen – auch wenn man ihn ein wenig hätte stauchen können.

Sprachlich wechselt Nora Bendzko zwischen epischen Beschreibungen und dann wieder extrem kurzen und knappen Szenen. Das hat mich manchmal etwas verwirrt, hier wäre ein ausgewogenerer schöner gewesen. Trotzdem kam man (bis auf die Hunderte von Namen) gut mit und konnte Areto auf ihrem Weg folgen. Das Cover finde ich extrem genial, ich mag sowohl die Farbkombination als auch die Gestaltung sehr.

Die Götter müssen sterben

Sie wusste nciht, wer dort kam, und doch wusste sie es ganz genau.
Sie hat mich gefunden.

Die Götter müssen sterben, S. 500.

Mein Fazit

Insgesamt konnte mich „Die Götter müssen sterben“ leider nur in Teilen überzeugen. Großartig waren für mich die diversen und vielseitigen Charaktere und ein tolles Setting, leider nicht so stimmig dagegen waren die unnötigen Längen in der Handlung und die vielen, vielen Personen, die nur kurze Auftritte hatten. Wer jedoch den Mythos der Amazonen mal von einer anderen Seite sehen möchte, ist hier definitiv gut beraten. Wichtig ist jedoch, dass man sich vor dem Lesen bewusst ist, was „Dark Fantasy“ bedeutet – nämlich ziemlich viel Blut, Gewalt und Tod.

Daher bewerte ich „Die Götter müssen sterben“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Die Götter müssen sterben
AutorIn: Nora Bendzko
Hier in Deutschland erschienen: 1. Juni 2021
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-426-52611-8
Seitenzahl der Printausgabe: 512 Seiten
Preis: 14,99€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Droemer Knaur Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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