Daily Things

Ist Monogamie zur Rarität geworden?

Some people care too much.
I think its called love.
(Winnie Pooh)

Es ist schon seltsam. Wenn ich auf einer Party bin, wo mich die Leute nicht kennen, und es zur Sprache kommt, wie lange ich in einer Beziehung stecke, wird die Antwort entweder bewundernd oder irritiert zur Kenntnis genommen.

Ja, dieses Jahr werden es neun Jahre.
Ja, er ist mein erster (richtiger) Freund.

Die eine Reaktion ist dann „Wahnsinn, das ist ja irre! Ich beneide Dich total! Meine längste Beziehung ging bisher ein halbes Jahr/drei Monate/zwei Wochen.“, die andere „Wird dir das nicht langweilig? Glaubst Du nicht, Du hast etwas verpasst? Vor allem im Bett?

Ich finde beide Reaktionen total übertrieben. Wenn es passt, dann passt es halt. Und es kann auch im zarten Alter von 16 schon passen. Und wenn es dann auch noch mit fast 25 passt, ist es doch schön – aber hoffentlich weder eine Rarität noch eine absonderliche Neigung zur Monogamie. X_x Ich frage mich manchmal nach solchen Gesprächen, wo das Problem in unserer Gesellschaft (und wohl auch in meiner Altersklasse) liegt. Sind wir zu schnelllebig geworden? Haben die Leute Angst, es könnte langweilig oder eintönig werden? Unsinn, finde ich. Gleichzeitig ist es aber auch Quatsch, das Ganze hochzupushen, als wäre was wunderweißwas für eine Seltenheit, dass man eben noch mit dem ersten Freund zusammen ist.

Ich liebe ihn eben, meinen Keks. :love:

Wems nicht passt, der soll bei Bigamie/freier Liebe/Onenightstands/wasauchimmer bleiben, ich bin mit meiner monogamen, langjährigen, aber keinesfalls langweiligen Beziehung durchaus glücklich – und hoffe, dass sie nicht den Seltenheitswert hat, den mir manche Leute vermitteln wollen.

NACHTRAG: Ich möchte niemandem seinen Lebenswandel absprechen, es muss ja jeder wissen, wie er oder sie glücklich wird :) Ich finds nur immer wieder seltsam, wenn dann mein Lebenswandel so schief angeguckt wird ;)

12 Kommentare

  • Reply
    Nec
    8 Juli, 2013 at 12:06

    Ich denke, was bei euch diese Kommentare immer besonders fördert, ist weniger die Länge als solche, sondern vielmehr das Alter in dem ihr gestartet seid und mit dem ihr das erreicht habt; mit 16 machen die meisten ja ihre ersten „Gehversuche“ und wollen erstmal wissen was so los ist. Wäret ihr mit 20 Zusammengekommen und jetzt beide 29 würde glaube ich deutlich weniger Verwunderung auftreten ;-)
    Ansonsten herrscht glaube ich weniger direkte Beziehungsangst, als Angst vorm „Erwachsen“-sein, irgendwie Verbindlichkeiten a la fester Job feste Beziehung, am Ende noch Kinder – hilfe, das Leben ist vorbei! ;) Und immer der Gedanke man könnte sich ja noch verbessern – und am besten den fehlerfreien Partner finden!

  • Reply
    Sabrina
    8 Juli, 2013 at 14:43

    ich kenn das, es sind bei uns auch jetzt 8 jahre und eben scon ein kind und trotzdem kommt: Booooar so lange? OHNE Pause? ect pp. er ist auch erst mein 4 fester Freund die erste Beziehung war aber auch 4 Jahre und das mit süßen 15. Ich find das jetzt aber auch gar nicht so verkert, ich finds ehrlich gesagt schlimmer wenn man mit 25 seine Partner nicht mal mehr an zwei Händen abzählen kann :/ Wenn ich mich binde dann bitte langfristig :P Meine Freundin ist mit ihren ersten Freund (da war sich 14!) nun verheiratet ein eigenes Haus und hat 3 Kinder (und sie ist erst 20 :P) da passte es eben auch sofort. Find das sooo romantisch, find es schade das mein erster sich die Hörner abstoßen wollt :/ sonst wären wir wohl heut noch zusammen da wir uns noch immer gut verstehen ^^

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    Sabrina
    8 Juli, 2013 at 14:45

    (übrigens wir sind 28 und 27 und es kommen dennoch diese sprüche ;) aber der onkel von schatz ist auch mit seiner ersten Liebe nun verheiratet und die zwei sind im gleichen alter wie ihr beiden zusammen gekommen am 10 jährigen geheiratet und nun 4 jahre verheiratet ;) )

  • Reply
    alais
    8 Juli, 2013 at 15:29

    Ich muss dich glaube ich enttäuschen,es gibt nicht wirklich viele die mir ihrem ersten Freund so lange zusammen sind (zumindest kenne ich niemanden), was wohl auch oft damit zusammenhängt das man sich in dieser Zeit einfach noch sehr verändert, und oft eben in so unterschiedlicher Art und weise und unterschiedlicher Geschwindigkeit, dass man sich wohl oft zwangsläufig von einander entfernt. ABER ich denke , und hoffe ebenfalls stark, dass Monogamie und langfristige Beziehungen keine Ausnahmeerscheinungen sind bzw. sollten sie das nicht sein.
    Aber auch in meinem Bekanntenkreis sind wenige schon wirklich lange zusammen (das längste ist glaube ich vier Jahre), aber ich bin vom „Konzept“ einer langfristigen Beziehung durch aus überzeugt, und hoffe das es uns erhalten bleibt. Und hoffe im Umkehrschluss das die ganzen Soziologen mit ihrer dritten Sozialen Leere sich Irren.
    In diesem Sinne wünsche ich euch zwei noch ganz ganz ganz viele gemeinsame Jahre :D

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    Newt
    8 Juli, 2013 at 16:42

    Witzig, über ein ähnliches Thema wollte ich demnächst auch mal in meinem Blog schreiben. ^^
    Ich glaube, das hat alles ganz viel mit dem Charakter eines Menschen zu tun, wie er Beziehungen gegenüber eingestellt ist. Gibt Leute, die es komisch und langweilig finden, wenn ein Paar jahrelang zusammenbleibt und auf Ewigkeit spielt – und ebenso gibt es auf der anderen Seite Monogamiefetischisten, die anderen versuchen ihre Moral aufzudrängen und es ganz schrecklich finden, wenn jemand sich mit verschiedenen Partnern ausprobiert.
    Sprich, Idioten auf beiden Seiten. ;) Man darf ja gerne eine Meinung haben, aber man muss sie anderen Leuten nicht aufdrängen, immerhin gibt es viele verschiedene Arten, glücklich zu werden.

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    Sabine
    8 Juli, 2013 at 18:21

    Ja, es kommt eben, wie’s kommt. Wenn ihr glücklich seid, dann ist das doch schön, dann hattet ihr eben Glück und musstet nicht 100 Frösche küssen, ich weiß nicht, was daran verkehrt sein soll. Das ist gerade so, als ob man sich trennen sollte, um „nichts zu verpassen“. Wenn man das Bedürfnis wirklich so stark verspürt, dass man es umsetzen will, dann ist man nicht glücklich in der Beziehung und sollte es wahrscheinlich auch tun (spreche aus Erfahrung). Das liegt dann aber mMn nicht daran, dass es der erste Freund ist und man dadurch „etwas verpasst“ oder sich „zu wenig ausprobiert“ hat, sondern eben daran, dass es mit demjenigen nicht passt und man merkt, dass man andere Vorstellungen vom Leben o.ä. hat.
    Euch weiterhin viel Glück ;)

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    Suzu
    8 Juli, 2013 at 20:49

    wir sind uns da wohl ähnlich… ich bin mit meinem Mann auch zusammengekommen, als ich 16 war. Allerdings ist er mein 2. Freund. Mit Freund Nummer 1 war ich gerade mal ein viertel Jahr zusammen. Bei meinem Mann und mir werden es im August 11 Jahre – 3 davon als Ehepaar. :)
    Manchmal denkt man schon „was wäre gewesen wenn…“ aber mal ehrlich… ich weiß was ich an meinem Mann habe und ich finde, zu einer gut funktionierenden und langjährigen Beziehung gehört nicht nur Liebe. Mein Mann hat mal irgendwann vor Jahren den Spruch gebracht „Love means best friendship“ und da ist in unserem Fall wohl auch etwas Wahres dran.
    In unserem Freundes/Bekanntenkreis sind wir auch das Pärchen, das am Längsten zusammen ist. Manchmal werden wir aber belächelt, vor allem von Singles. Von wegen wir wären langweilig, Spießer und ein „altes Ehepaar“. :P Alles nur der Neid ;)

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    Ulli
    8 Juli, 2013 at 21:00

    Ich finde es toll, dass ihr euch so früh gefunden habt und immer noch zueinander passt. Es ist nicht typisch, dass es in dem Alter schon ernst wird, aber ich finde es auch falsch, wenn man pauschal sagt, dass es in dem Alter nichts Ernstes werden „kann“. Kann eben schon, wie man sieht und das ist gut so.
    Bei mir wars nicht so. Ich hab meinen Liebsten „erst“ mit 20 gefunden, aber bin mir dafür umso sicherer. Das konnte ich von meinen Freunden davor nicht sagen, die ich aber noch an einer Hand abzählen kann und keine 3 Hände brauche. ;)
    Es ist leider selten, dass sich in jungen Jahren schon festgelegt wird. Aber letztlich muss das jeder so handhaben wie er mag. Und manche würden ja gerne, finden aber einfach nicht den Richtigen. Man muss halt auch ein wenig Glück haben. :)

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    Leeri
    9 Juli, 2013 at 00:46

    Och ja, ich kann dich verstehen. Scheinbar muss es sein, dass man sich ausprobiert, und sobald man schon „so früh“ sich fest bindet, ist man langweilig … find ich aber auch doof. Selbst bei meiner 4,5-jährigen Beziehung krieg ich oft zu hören wie übertrieben total lange das ist…

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    Jennifer
    9 Juli, 2013 at 07:35

    Diese Sprüche kannte ich auch. Ich war mit 14 mit meinem ersten Freund zusammen gekommen und das hielt auch 8 Jahre und viele sind dann immer etwas entsetzt. Am Ende funktierte es einfach nicht mehr, da wir uns beide sehr sehr verändert und in andere Richtungen Entwickelt haben. Jetzt vier Jahre später bin ich wieder seit 2 Jahren in einer glücklichen Beziehung und wünsche mir einfach, dass sie noch lange hält. Aber ich glaube auch nicht jeder sucht so etwas. Einige Menschen wollen ihre Freiheiten und diese nicht so früh durch Bindungen einschränken bzw. ändern lassen.

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    Tina
    9 Juli, 2013 at 07:39

    Ich bin mit meinem Schatz im November 14 Jahre zusammen, und er ist auch mein erster Freund und ich seine erste Freundin – obwohl wir uns erst mit 21 Jahren kennen gelernt haben.
    Wie du schon so schön schriebst, wenn es passt, dann passt es eben – also lass dich da nicht verunsichern, du bist nicht alleine :) .

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    datmomolein
    9 Juli, 2013 at 18:14

    Also erstmal sooo allein bist du nicht. Ich habe in 2 tagen meinen zehnjährigen jahrestag. Auch wenn ich nicht sooo monogamistisch davor gelebt habe, finde ich die jetztige situation angenehmer. mein held, ist und belibt mein held. Klar gibt’s stress, klar ist nicht IMMER alles friede,freude,eierkuchen. aber – und das ist das wichtige – ich finde eben immer wieder die seiten, die ich liebe.
    was ich nahc wie vor schade finde, dass der staat auf den trauschein pocht. ich mag die situation, dass – wenn ich wöllte – ich immer ohne zurückzuschauen gehen könnte, will ich aber nicht. nach jedem streit will ich mich versöhnen, bisher war nichts so gross, dass „raus“ wöllte. ab und zu will ich „veränderungen“, aber die will ich eben auch an mir. und da muss man diskutieren, an sich arbeiten. aber ich hab eben auch jemand, auf den ich mich verlassen kann. 100%. er ist eben auch mein bester freund.

    ich glaube, das problem ist genau das. „vor dem problemen davonlaufen“ ist gesellschaftlich ein durchaus akzeptierter problemlöser geworden. wenn es schwierig wird, raus und nicht mehr zurückschauen. akzeptieren von fehlern, tolerieren von schwächen ist nicht mehr teil einer beziehung, oder selten, weil kompliziert. Dass das auch vertrauen aufbaut, sicherheit schafft udn vor allem ungalubliche nähe bringt, sehen viele nicht udn wollen die arbeit da nicht reinstecken. sie vermuten immer der nächste ist besser, das andere ist toller und überhaupt,w arum soll ich mal zurückstecken. Ich werde mit meinem allertollsten helden überhaupt die guten und die schlechten tage feiern, und das wir sie gemeistert haben und ich ihn immer noch will, mag und auch liebe. Und ja, ich bin auch immer noch verliebt. Vielleicht nicht jeden Tag, jede Stunden, jede Minute mit überschäumenden Schmetterlingen, aber immer mal wieder so und dafür immer mit vertrauen, eben mein fels in der brandung, meine hafen, meine anlaufstelle, mein „zuhause“ im besten sinne. und hin udn wieder immer noch aufregend. denn das toleranz zur entwicklung geben bringt eben auch mit sich, dass er sich verändern kann und soll. manchmal negativ aber oft auch positiv und das kann und will ich akzeptieren, weil ich das auch will. mich entwickeln und verändern.

    und -sorry für den langen text – (aber) nur weil man es nicht anders kennt, heisst nicht, dass man was verpasst. sieh es als neid und vllt. als nicht-können, was du kannst. man kann es spiessig nennen, ich nenn es freude.

    btwL meine grosseltern haben goldene hochzeit gefeiert als meine oma 67 war und sie waren ganz furchtbar verliebt. ich finde das toll. versuch das mal mit one-night-stands ;)

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