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The Music of what Happens

Auf den Roman von Bill Konigsberg habe ich mich schon gefreut, seit Bastei Luebbe die Wintervorschau herausgebracht hat. Ein LGBTQ-Roman im Sommer in einem Foodtruck? Mega! Ich freue mich, dass es immer mehr queere Romane in der deutschen Buchlandschaft gibt! Ob mich die Geschichte von Max und Jordan überzeugen konnte, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Da ist diese Sache, die mein Vater mir beigebracht hat, als ich noch klein war. […] Ich war ein verdammter Kämpfer.

The Music of what Happens, S. 59.

Worum geht es?

Nachdem Max, ohne Bescheid zu geben, eine ganze Nacht weggeblieben ist, hat seine Mutter ihm einen Sommerjob verordnet. Im Rechnungswesen. Um dem zu entgehen, ergreift Max die Gelegenheit und unterstützt Jordan lieber in seinem Foodtruck. Obwohl die beiden auf die gleiche Schule gehen, hatten sie bisher wenig miteinander zu tun. Dabei entdeckt Max schnell, dass Jordan mehr ist als irgendein Emo, ganz im Gegenteil…

Jordan dagegen steht praktisch vor dem Totalzusammenbruch. Seit dem Tod seines Vaters ist die Mutter nur noch ein Nervenbündel und nun ist das Geld aufgebraucht und sie können die Hypothek auf das Haus nicht mehr bezahlen. Der Foodtruck ist die letzte Rettung. Jordan jedoch sieht sich selbst kaum in der Lage, das zu schaffen. Doch „Super-Max“ eilt zu seiner Rettung. Und Jordan findet dabei nicht nur seine Kochkünste toll…

Rezension

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive des Halb-Latinos Max und Jordan erzählt. Während Max der sportliche Baseballer ist, ist Jordan eher der stille Künstler. Gerade diese unterschiedlichen Charaktere fand ich spannend – hier gilt, Gegensätze ziehen sich an. Dabei zeigt der Roman zugleich, dass die sexuelle Orientierung gar nichts über den Rest eines Menschen aussagen muss. Schön fand ich hier, dass es kein Outing-Roman war, sondern beide Jungs sich ihrer Meinung bereits sicher waren.

Die Handlung selbst ist zunächst schnell erklärt: Max und Jordan versuchen, mithilfe des Foodtrucks die Hypothek zu bezahlen und zugleich noch etwas Geld zu machen. Daneben gibt es jedoch noch zahlreiche andere sensible Aspekte, wie Alltags- und Mikrorassismus, Sexismus und Vergewaltigung. Dabei bleibt das Buch aber immer noch auf Jugendniveau, was mir teilweise – vor allem bei Jordans Freundinnen – etwas auf die Nerven ging. Die beiden verhalten sich einfach etwas „drüber“.

Der Schreibstil war für mich manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Die Anspielungen und der Jugendslang waren häufig witzig, manchmal aber einfach zu viel. Insgesamt konnte man es aber flüssig lesen und ich hatte häufig Spaß mit den Dialogen und vor allem Jordans bissiger Art.

Das Cover gefällt mir sehr gut, wirkt aber ein wenig zu „happy“, was den Inhalt angeht. Da kann man leicht irregeleitet werden. Zudem finde ich Jordan (der hintere Junge) etwas zu attraktiv dargestellt, wobei das natürlich im Auge des Betrachters liegt.

The Music of what Happens

Die Welt macht dich verletzlich. Und wenn du so tust, als wärst du es nicht, na ja, dann tust du eben nur so.

The Music of what Happens, S. 368.

Mein Fazit

Insgesamt hat mit die Geschichte von Max und Jordan sehr gut gefallen: vor allem die eher schwierigen Themen wurden sehr sensibel eingebracht und zugleich nicht zu sehr romantisiert. Bis auf ein paar zu verrückte Freundinnen und zwischen drin ein paar winzige Längen gibt es von mir definitiv eine Leseempfehlung für alle, die ihr Regal um einen schönen LGBTQ-Roman erweitern wollen.

Daher bewerte ich „The Music of what Happens“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: The Music of what Happens
Autor: Bill Konigsberg
Hier in Deutschland erschienen: November 2020
Genre: Jugendbuch, LGBTQ+
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 3846601136
Seitenzahl der Printausgabe: 448 Seiten
Preis: 12,90€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Amazon*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem ONE Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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