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Buchreview ~ Regenbogentänzer

Regenbogentänzer

Titel: Regenbogentänzer
Autor: Nicole Walter
Hier in Deutschland erschienen: November 2015
Genre: Drama, Alltag
Empfohlen: ab 14
ISBN: 3426515504
Persönliche Einschätzung:

Kurzbeschreibung: Was ist es, das das Leben lebenswert macht? Für den alten Alfons sind es seine Saalflugzeuge, so zart und zerbrechlich, dass sie eigentlich nur in geschlossenen Räumen fliegen können. Milena kann ihn gerade noch daran hindern, sich von einer Brücke in die Isar zu stürzen, als sein Flugzeug eine Bruchlandung erleidet und im Fluss unterzugehen droht. Dabei würde sie selbst gern springen, jetzt, wo ihre Karriere als Tänzerin vorbei ist. Stattdessen bringt sie Alfons zurück in das Regenbogenhaus. Und lernt dort wundervolle Menschen kennen: Menschen, die allein nicht in der Welt zurechtkommen und die doch wissen, was das Leben lebenswert macht. (via Amazon)

Die Überraschung ist ein Vorfreudedieb, weil die Zeit, in der man sich auf etwas freuen kann,
viel länger ist, als wenn man eine Überraschung bekommt.

Rezension: Milena Müller wollte nur eins, seit sie klein war: tanzen. Gegen den Willen ihrer Eltern beginnt sie eine Ausbildung zur Tänzerin und ist erfolgreich im Musicalbereich . Dank Gelenkproblemen muss sie jedoch mit Mitte dreissig mit dem Tanzen aufhören und steht nun vor dem finanziellen Nichts. Alleinstehend und ohne Arbeit fühlt sie sich hilflos und ohne Halt in einer Welt, die ihr fremd geworden ist. Dazu kommen Panikattacken aus dem Nichts, die sie überfallen und sich als hämische Stimmen in ihrem Kopf einnisten.

Und dann lernt sie Alfons kennen. Und Christopher. Und Phil, einen Psychiater, der das Regenbogenhaus leitet, eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, für seine Menschen. Gegen ihren Willen ist sie plötzlich mittendrin zwischen diesen Menschen, die zu sensibel für die Welt da draußen sind. Zum Beispiel Christopher, der immer seinen Kaktus mit sich herumträgt, weil er darauf wartet, dass er blüht. Oder Rosi, die einen leeren Kinderwagen vor sich her schiebt, der festen Überzeugung, dass sich darin ihr Kind befindet. Für Milena ist das alles zutiefst befremdlich, ja beängstigend. Doch dann merkt sie plötzlich, dass sie Gefühle für diese Menschen entwickelt – für ihre Menschen. Etwa für Christopher, bei dem sie fest überzeugt ist, ihm helfen zu können. Und auch der Psychiater, der sie mit seinen Analysen in den Wahnsinn treibt, tanzt durch ihren Kopf. Wird er ihr helfen können, wieder Halt zu finden in dieser Welt?

Das Glück ist eine Reise, die mit einem Lächeln beginnt!

Regenbogentänzer

Fazit: Milena, die Regenbogentänzerin, ist keine einfache Person. Tatsächlich wirkt sie verwirrt, verängstigt und unsicher. Und das merkt man auch an ihren Gedanken. Trotzdem wirkt sie sympathisch in ihrer Überforderung, vor allem, als sie schließlich einen möglichen Ausweg findet und diesen verbissen verfolgt. Auch Phil ist ein Charakter, der sehr nachdenklich und emotional daherkommt, ebenso wie einige andere Charaktere im Roman. Tatsächlich spielen Gefühle und Emotionen hier eine große Rolle. Das schwierige Thema Psychosen, Depressionen und Schizophrenie wird hier rücksichtsvoll, aber doch schonungslos angegangen. Wie gut die Krankheitsbilder recherchiert sind, mag ich nicht beurteilen.

Dennoch reißen die Regenbogentänzer einen mit mit ihren schillernden Lebensansichten. Die liebenswerten Charaktere, die weisen Worte von Alfons, die trockenen Kommentare von Christopher – das Buch regt zum Nachdenken an und hängt noch lange nach. Über die teilweise schwierig zu lesenden Gedankenströme lasst sich dadurch leicht hinwegsehen. :)

Ein Kommentar

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    Meine Highlights im November 2016 - Himmelsblau.org

    […] Der Verräter. Als nächstes gab es erst den Todeskreis und danach den Regenbogentänzer (Review). Von einem Freund habe ich dann noch Gott, Du kannst ein Arsch sein ausgeliehen bekommen, da habe […]

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