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No Monologue ~ Vorurteile


Hallo ihr Lieben! Heute gibt es mal wieder einen etwas anderen Post. Im Zuge der „no Monologue“-Reihe von Vita gibt es ein neues Thema, nämlich – ganz plakativ – Vorurteile. Das Schlagwort steht ja praktisch schon für sich, lässt sich aber auf viele Arten betrachten. Und genau das macht mir Schwierigkeiten.

Bei der Auswahl des Schwerpunkts, den ich mit diesem Artikel setzen wollte, bin ich schwer ins Grübeln gekommen. Glaubensrichtung, Aussehen, Herkunft, Bildungsstand – das alles sind Themen, die Vorurteile geradezu anziehen, die den Menschen einen Stempel aufdrücken. Doch warum eigentlich?

Vorurteile – Was sagen Sie über Menschen aus?

Es ist doch so: Vorurteile sagen mehr über den aus, der sie ausspricht, als über den, von dem gesprochen wird.

Vorurteile entstehen hauptsächlich dann, wenn der Verurteilende entweder unsicher, neidisch, unwissend oder manchmal auch ängstlich ist. Vor allem aber werden Vorurteile oft von nahestehenden Menschen übernommen, ohne diese überhaupt weiter infrage zu stellen, da man aus Sympathie davon ausgeht, dass der/die Freund/in ja bestimmt recht haben wird.

Ich selbst musste schon mit einigen Vorurteilen kämpfen und zwar aufgrund meiner Studienwahl. Mit Germanistik kamen alle zurecht – aber Theologie? In der heutigen Zeit? Und dann auch noch katholisch? Im südlichen Raum Deutschlands möglicherweise keine große Sache, aber hier oben im Norden wird man da schnell schief angeguckt. Niedersachsen ist eins der Länder mit dem niedrigsten Prozentsatz an Katholiken (17,3% laut Wikipedia). Kirchen werden geschlossen, Religionsunterricht zusammengelegt oder eingekürzt, das volle Programm.

Und dann studiert das noch jemand? Verrückt. Konservativ. Sagt immer zu allem Ja und natürlich vor allem Amen, was im Vatikan gemacht wird.


Glaube – seit jeher und vermutlich auch in Zukunft oft ein Grund für Vorurteile (Foto von Pixabay)

NEIN. Das stimmt so natürlich nicht. Aber mit solchen Themen und Vorurteilen wird man automatisch konfrontiert, wenn man dieses Fach studiert. Ich persönlich halte mich nicht für konservativ (und verrückt schon gar nicht). Ich bin für die Ehe homosexueller Paare, für Verhütung und natürlich sehe ich so einige Dinge, die der Vatikan von sich gibt, eher kritisch. Denn die obere Riege der Kirche ist nicht das, was meinen Glauben ausmacht. Sobald ich das meinen Kritikern erklärt habe, legen sich die Vorurteile meist von selbst. Das ist natürlich schön und wünschenswert, funktioniert aber nicht immer.

Vorurteile gegenüber Menschen & Zielgruppen, die man gar nicht kennt

Viel schlimmer finde ich persönlich pauschalisierende Vorurteile. Ich nenne einfach mal einige plakative Beispiele:

Frauen können nicht einparken.
Studenten sind faul.
Ausländer wollen nur vom Staat leben.
Jungs/Männer, die Ballerspiele spielen, sind potenziell gewalttätig.
Erwachsene, die Manga lesen und Animes schauen, sind Nerds.

Klar gibt es in jeder dieser Zielgruppen einige Personen, vielleicht sogar über die Hälfte, auf die das zutrifft. Aber deshalb darf man das nicht pauschalisierend auf jeden, der mit diesen Menschen nur ein Merkmal – Geschlecht, Beruf, Herkunft oder Hobby – teilt, anwenden. Ich kenne viele Frauen, die perfekt einparken können, weiß selbst, wie anstrengend das Studium sein kann und kenne viele „Ausländer“, die perfekt immigriert sind, sogar studiert haben oder sich hier ein neues Leben aufgebaut haben.

Pauschalisierung ist meiner Meinung nach das Schlimmste, was man tun kann. Sollte man jedem Menschen nicht erst einmal die Chance geben, ihn kennenzulernen, bevor man vorschnell über ihn urteilt? Ihn sozusagen „vorverurteilt“?

Vorurteile ~ ein persönliches Fazit

Natürlich wäre das Ziel, völlig vorurteilsfrei zu leben, ziemlich utopisch. Dennoch habe ich während der Auseinandersetzung mit diesem Thema (was ich zugunsten der Artikellänge jetzt schon stark eingekürzt habe) festgestellt, dass auch ich nicht ganz vorurteilsfrei auf meine Mitmenschen zugehe. Das möchte ich versuchen, zu ändern.

Ich selbst möchte nicht „vorverurteilt“ werden, also sollte ich mich anderen Menschen ebenso verhalten, meint ihr nicht? :)


Statt der Dinge, die uns von Anderen unterscheiden, sollten wir uns lieber auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren :love: (Foto von Pixabay)

Habt ihr euch schonmal über Vorurteile Gedanken gemacht?
Wart ihr vielleicht schon einmal solchen Vorurteilen ausgesetzt?
Ich freue mich über eure Gedanken zu dem Thema! :love:

No Monologue ~ Das Konzept

Dieser Beitrag entstand für die Artikelreihe No Monologue, die von Vita ins Leben gerufen wurde. Dabei diskutieren in regelmäßigen Abständen einige Blogger über bestimmte Themen. Mehr zum Projekt findet ihr hier. Und das sind die Teilnehmer für die aktuelle Artikelreihe Vorurteile:
22.06: Lieblingsküche ~ 23.06: Stealmetics ~ 24.06: Lexas Leben ~ 25.06: Caro tells the World ~ 26.06: Märzmädchen ~ 27.06: Maxie-Renée ~ 28.06: Lionheart Memories ~ 29.06: Himmelsblau ~ 23.06: Clarabour ~ 01.07: Umecken ~ 02.07: Helmut Webdings ~ 03.07: Herzensglück ~ 04.07: Zuckerschlecken ~ 05.07: Vita Corio

3 Kommentare

  • Reply
    Jennie
    29 Juni, 2015 at 15:00

    Früher hatte ich sehr mit Vorurteilen zu kämpfen und auch heute noch ein bisschen. Aber mitlerweile habe ich gelernt da drüber zu stehen. Aber gerade weil ich weiß, wie bessch**** es ist, mit solchen konfrontiert zu werden, gebe ich mir Mühe, es besser zu machen. Dein Text ist wirklich toll geworden!
    Liebe Grüße
    Jennie :)

  • Reply
    Lisa (Lebenslounge)
    30 Juni, 2015 at 13:47

    Wirklich ein toller und sehr schön geschriebener Artikel. Die Unterteilung mit den Zitaten gefällt mir besonders gut.

    Ich hatte leider auch schon mal mit Vorurteilen zu kämpfen – dadurch dass ich als Frau Fußball spiele traf man oft auf zahlreiche Vorurteile und Sprüche. Mittlerweile kann ich damit umgehen, auch weil sie zum Glück abnehmen, aber als Kind war es schon schwer…

    LG Lisa

  • Reply
    [No Monologue] Vorurteile - Carotellstheworld
    25 August, 2018 at 21:52

    […] auf Carotellstheworld 26.06: Märzmädchen 27.06: Maxie-Renée 28.06: Lionheart Memories 29.06: Himmelsblau 30.06: Clarabour 01.07: Umecken 02.07: Helmut Webdings 03.07: Herzensglück 04.07: Zuckerschlecken […]

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