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Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Christian Handel habe ich seit seinem queeren Jugend-Fantasy-Roman “Rowan und Ash” (Rezension) auf dem Schirm und verfolge seinen Instagramaccount. Dementsprechend stand “Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall” bereits seit der Ankündigung auf meiner Wunschliste. Wie mir die Geschichte von Colin und Theodore gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Zum ersten Mal seit neun Jahren werde ich meine Mutter wiedersehen. Ginge es nach mir, würde ich auf dieses Wiedersehen liebend gern verzichten.

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall, S. 5.

Worum geht es?

Colin soll den Sommer bei seiner Mutter und deren neuer Familie verbringen, da sein Vater auf Reisen ist. Darauf hat er so gar keine Lust, schließlich hat diese Frau ihn und seinen Vater vor neun Jahren einfach so verlassen. Zähneknirschend gibt er nach und landet auf Thornhill Hall, dem neuen Familiensitz seiner Mutter. Womit er jedoch so gar nicht gerechnet hat, ist, dass er kurz nach seiner Ankunft die Treppe hinabgestoßen wird – und stirbt. Als Geist hat er nun drei Tage Zeit, um das Zimmer, dass es nicht gibt, zu finden, und zudem auch seinen Mörder auszumachen, um nicht gleich nach seiner Erweckung wieder getötet zu werden. Und so beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. Nur gut, dass ihm dabei der gutaussehende Theodore, der ebenfalls auf Thornhill Hall weilt, zur Seite steht…

Rezension

Die Geschichte wird aus Colins Perspektive erzählt. Als Protagonisten fand ich ihn sehr sympathisch in seiner Art, auch wenn er manchmal etwas emotional war. Das passte aber gut zu seinem Alter. Theodore – oder Teddy – fand ich zu Beginn ziemlich unsympathisch und konnte zunächst auch die Anziehung zwischen den beiden nicht ganz nachvollziehen, das legte sich aber schnell nach dem ersten Viertel. Im Rest des Buchs waren sie dann wirklich zuckersüß zusammen. Schön finde ich zudem, dass ihre Queerness von niemandem hinterfragt wird, was gerade im Setting 1897 nicht selbstverständlich war. Hier fügt es sich aber perfekt ein ❤

Die Handlung auf Thornhill Hall war wirklich spannend, vor allem die zwei Ebenen von Menschen- und Geisterwelt haben mir als Konzept gut gefallen. Gerade die Geister sind wie eine kleine Familie und haben alle so ihre Eigenheiten, aber auch Sympathien. Eine tolle Idee! Colins Suche nach dem Zimmer ist spannend, rasant und man rätselt fleissig mit, wer wohl an seinem Tod die Schuld trägt. Ich habe es bis zum Schluss nicht erraten können! Das Ende war mir dann fast ein wenig überhastet und es gab ein, zwei lose Enden (v.a. in Bezug auf den Geist Alice), wo ich mir mehr Input gewünscht hätte, trotzdem ist Colins Ausgang aus der Geschichte absolut perfekt gewesen.

Sprachlich konnte mich Christian wieder sehr schnell abholen. Ich mag seine Art, Welten zu bauen, sehr gern, das war auch hier wieder so. das Cover verspricht Magie und Mystik, was man auf jeden Fall auch bekommt. Richtig schön!

Bis heute hat mir die Mauer, mit der ich mich vor dieser bitteren Enttäuschung beschützt habe, gute Dienste geleistet. Doch jetzt, wo Teddy mir in die Augen blickt, geht das nicht mehr.

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall, S. 168.

Mein Fazit

Insgesamt hat mir Colins Reise nach Thornhill Hall und seine Suche nach dem verborgenen Zimmer sehr gefallen. Eine neue, innovative Idee, sympathische Charaktere und eine gruselig-mystische Stimmung – mega! Am Ende hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht, davon ab gibt es aber definitiv eine LEseempfehlung.

Daher bewerte ich “Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall” mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall
Autor*in: Christian Handel
Hier in Deutschland erschienen: September 2022
Genre: Urban Fantasy, LGBTQIA+
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7641-7122-3
Seitenzahl der Printausgabe: 384 Seiten
Preis: 20€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Ueberreuter Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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