
Auf den neuen Fantasy-Standalone Melodie der Asche wurde ich direkt von der Autorin aufmerksam gemacht. Vor allem hat mich die Kombination aus High Fantasy und queerer Liebesgeschichte, aber auch die wunderbaren Illustrationen für sich eingenommen. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf Elyas Debüt! Wie mir die Geschichte von Caliyan, Vaelen und Laudan gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.
“So werden Männer gemacht.“
Melodie der Asche, S. 28.
Mein Vater hatte unrecht.
So wurden Monster gemacht.
Worum geht es?
Inmitten des Konfliktes zwischen der Rebellion und dem grausamen Regime des Sha ist Caliyan der stärkste Magier seiner Zeit. Doch man hat ihm alles genommen. Im Versuch, seiner dunklen Bestimmung zu entfliehen, verliert er sich in Rache.
Vaelen ist ein einfacher Fischer, der seine Vergangenheit nicht kennt. Ihn begleitet eine unbestimmte Sehnsucht, getrieben von einer geheimnisvollen Melodie in seinem Inneren, die noch lauter erklingt, als er Laudan kennenlernt. Aber Laudan ist nicht nur ein Spion der Rebellen, sondern auch der Feldherr des Sha – und damit nicht der, für den Vaelen ihn hält.
Laudan ist sofort fasziniert von dem jungen Fischer, seinem starken Willen, der Freiheit und der Anmut, die er ausstrahlt. Doch welche Chance hat eine so zarte Liebe, wenn um sie herum ein Kampf tobt? Wenn Laudan ihm nicht sagen kann, wer er wirklich ist? Und Vaelen die Macht besitzt, den Frieden zu bringen oder alles zu zerstören, woran Laudan glaubt? (Klappentext)
Rezension
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart begleitet man Vaelen und Laudan, in der Vergangenheit erfährt man einiges über Caliyan. Die einzelnen Handlungsstränge verbinden sich erst nach und nach miteinander, sodass man erst beim Lesen (und das relativ spät) alle Zusammenhänge erkennt. Diese Verzahnung ist ein Element, dass mir an der Geschichte besonders gut gefallen hat. Ich habe nach der Lektüre nochmal die Vergangenheitskapitel überflogen und – mit dem erworbenen Hintergrundwissen – einige Hinweise gefunden, die mir beim ersten Lesen gar nicht aufgefallen sind. Eine richtig tolle Idee!
Die drei Charaktere sind alle sehr unterschiedlich. Während Vaelen zunächst ein eher ruhiger, zugleich aber sehr zerrissener Protagonist ist, der seine Kraft und Stärke erst mit der Zeit entwickelt, zeigt sich Laudan als Stratege und Planer, der erst mit Vaelen seine emotionale Seite wiederentdeckt. Die Vibes zwischen den beiden sind definitiv von Anfang an da, ich mag vor allem den Slow Burn hier sehr. Zugleich entdecken sie gemeinsam die Tiefe ihrer Beziehung, die sogar Länder und Zeiten überspannt. Absolut berührend und emotional! Als dritter POV war mir Caliyan lange nicht nachvollziehbar, was sich aber aus der Konzeption der Geschichte ergibt. Erst nach und nach versteht man seine Beweggründe besser und erkennt ihn als zutiefst getroffenen und traumatisierten Mann, der versucht, das Richtige zu tun.
Die Handlung beginnt mit einem Kapitel aus Caliyans Sicht, bevor man gemeinsam mit Laudan in die Welt eintaucht und schließlich Vaelen kennenlernt. Die Welt der Heressia, in der die Geschichte spielt, befindet sich im Krieg. Es gibt keine Sicherheit und keinen Alltag für die Menschen. Zugleich versucht eine Gruppe von Rebellen, den Sha (eine Art allmächtiger, gottgleicher Herrscher) zu stürzen. Viel Potenzial für Konflikte und wenig Raum für eine Liebesgeschichte. Doch Vaelen und Laudan stellen sich gegen den Krieg und kämpfen für die Freiheit – und ihr Liebe. Dabei kommt es zu einigen unerwarteten Wendungen mit regelrechten WTF-Momenten, es gibt viele Kampfszenen, ein spannendes Magiekonzept, aber auch einige ruhige, liebevolle Momente.
In Bezug auf das politische System und die Struktur der Welt hätte ich mir etwas mehr Erklärungen gewünscht, so fiel es mir zu Beginn schwer, mich in die Geschichte und all ihre Details hineinzufinden. Nach den ersten 150 Seiten war es für mich dann jedoch ein absoluter Pageturner. Da ich mir jedoch vorstellen könnte, dass einige Lesenden nicht so lang durchhalten, bevor sie ein Buch im schlimmsten Fall abbrechen: tut es nicht! Es lohnt sich so sehr, bis zum Ende dran zu bleiben! ❤
Ein absoluter Pluspunkt neben der Liebesgeschichte, der verwobenenen Handlung und dem Magiekonzept ist zudem die poetische Sprache von Elya. Allein dafür lohnt es sich, die Geschichte zu lesen. Sprachlich wirklich ein absolutes Highlight!

Ich wünschte, du wüsstest, was mir das hier bedeutet.
Melodie der Asche, S. 204.
Aber du wirst es wissen, das verspreche ich.
Mein Fazit
Insgesamt kann ich die Geschichte von Caliyan, Vaelen und Laudan euch wirklich nur ans Herz legen, wenn ihr eine wundervolle, tragische und dennoch hoffnungsvolle High Fantasy mit queeren Protagonisten lesen wollte. Abzüge gibt es von meiner Seite nur für den – für mich – etwas schwierigen Einstieg, da hätte ich mir mehr Infos gewünscht. Dennoch: das Herz der Asche wird euch zwischendrin das Herz brechen, es am Ende aber auch wieder zusammensetzen – versprochen! ❤
Daher bewerte ich “Melodie der Asche” mit

Eckdaten auf einen Blick
Titel: Melodie der Asche
Autor*in: Elya Adair
Hier in Deutschland erschienen: 2. April 2024
Genre: High Fantasy
Empfohlen: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-426-53035-1
Seitenzahl der Printausgabe: 560 Seiten
Preis: 17,99€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Thalia*)
*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Droemer Knaur Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.






Keine Kommentare