Fantasy & Science Fiction Rezensionen

Das kalte Reich des Silbers

Titel: Das kalte Reich des Silbers
Autor: Naomi Novik
Hier in Deutschland erschienen: März 2019
Genre: Fantasyroman
Empfohlen: ab 14
ISBN: 3570165493
Persönliche Einschätzung:

Kurzbeschreibung: Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte … (via Amazon*)

Die wahre Geschichte ist nicht halb so hübsch wie die, die man euch erzählt hat.

Das kalte Reich des Silbers, S. 5.
Der schwarze Thron

Rezension: Mirjem, die Tochter eines jüdischen Pfandleihers, übernimmt dessen Arbeit, da ihr Vater zu gutherzig ist und das Geld nicht streng genug eintreibt, sodass die Familie an der Armutsgrenze leben muss. Mirjem dagegen ist kalt wie Eis und schafft es in kurzer Zeit, das Leben für die Familie nicht nur erträglicher, sondern sogar angenehm zu machen. Doch ihre Talente werden weit über die Grenzen ihres Dorfes hinaus bekannt. Der König der Staryk kommt zu ihr und stellt ihr drei Aufgaben: drei Mal soll sie Silber in Gold verwandeln, denn Gold ist alles, wonach die Staryk gieren, wenn sie den Winter in die Welt bringen. Wenn ihr dies gelingt, wird der Staryk sie zur Frau nehmen, wenn nicht, ist das ihr Todesurteil.

Bei einer ihrer Runden, um das Geld einzutreiben, lernt Mirjem Wanda kennen. Die Tochter eines alkoholkranken Bauern lebt mit ihren beiden Brüdern beim Vater und arbeitet sich halb tot, dennoch reicht das Geld nicht. Als Mirjem sie einstellt, scheint sich ihr Glück zu wenden – doch nur, wenn ihr Vater nichts davon erfährt, dass sie für ihre Arbeit bezahlt wird.

Und dann ist da noch Irina, die Tochter eines Herzogs, der sie nicht wie eine Tochter liebt, sondern nur eine Ware in ihr sieht. Durch einen Zufall wird der Zar auf sie aufmerksam und nimmt sie zur Frau. Irina hofft, als Zarina etwas bewirken zu können – doch dann bemerkt sie, dass sie den Teufel in Menschengestalt zum Mann genommen hat.

Alle drei Mädchen versuchen so gut es geht, zu überleben und etwas in der Welt zu verändern. Und über allem herrschen die Staryk und bringen den ewigen Winter..

Einem Wintermärchen entsprungen, stand er da, halb unwirklich im warmen Schein der Laterne, und nur der kalte blaue Schimmer des Schnees hinter ihm machte sein Dasein möglich.

Das kalte Reich des Silbers, S. 571.

Fazit: Die Grundidee ist toll. Mythische Wesen, die unter den Menschen im kalten Russland leben – alle Geschichten sind wahr. Leider wirken alle drei Protagonistinnen auf mehr wenig emotional, vor allem Mirjem sticht in ihrer kalten Art sehr hervor. Dadurch konnte ich leider wenig mit den Charakteren mitfühlen – am ehesten noch mit Wanda, die versucht, ihre Brüder zu beschützen. Positiv ist hier aber zu bemerken, dass alle drei Mädchen sich weiterentwickeln und über sich hinauswachsen.

Zudem wechseln die Perspektiven häufig, diese Wechsel werden aber nicht angekündigt. So braucht man manchmal zwei oder drei Absätze, bis man merkt, dass nicht mehr Mirjem, sondern Irina erzählt – um ein Beispiel zu nennen. Insgesamt konnte mich das Buch daher leider nur mäßig überzeugen. Wer aber gern Fantasy in Kombination mit spätem Mittelalter liest, sollte sich das Buch einmal anschauen :)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Randomhouse Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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