Autoreninterviews Rezensionen

Joshua Tree & die Liebe zu Bösewichten

Hallo ihr Lieben! Nachdem ich euch vor einiger Zeit das Interview mit Christopher Paolini gezeigt habe, gibt es heute ein weiteres Autoreninterview (und eine Überraschung für euch am Ende des Beitrags). Gemeinsam mit Lara hatte ich nämlich die Möglichkeit, Joshua Tree zu interviewen, was mich sehr gefreut hat, denn das Gespräch war super nett und Joshua auch echt sympathisch :) Auch dieses Interview fand auf der LBM 2019 statt.

Joshua Tree schreibt hauptsächlich Science-Fiction, wobei er viel Wert auf die mögliche Machbarkeit der Ereignisse nach aktuellen Forschungsstand legt. Der Autor lebt und schreibt auf Zypern, ist aber meist auf Reisen, wo er dann beispielsweise im Flugzeug neue Romanentwürfe beginnt. Insgesamt hat er schon mehr als 15 Romane veröffentlicht. Neben dem Schreiben hat er eine Vorliebe fürs Laufen, Kochen und Pen and Paper Rollenspiele – sehr sympathisch also :)

Joshua Tree [interessiert] vor allem […] die Betrachtung menschlichen Verhaltens unter Extremsituationen und die Chance, eigene Fehlbarkeiten zu akzeptieren und über sich selbst hinauszuwachsen.

Selbstbeschreibung von Joshua auf seiner Website

Das Interview: Joshua Tree über seine zukünftigen Romanvorhaben, seine Vorliebe für Antagonisten und seine Haltung zu #killyourdarlings

Ich habe bisher von Dir nur eine Fantasy-Reihe gelesen (Rezension zum ersten Band). Momentan schreibst Du aber hauptsächlich Science-Fiction. Wie läuft das ab, schreibst Du phasenweise mal das eine, mal das andere?

Die Fantasy-Trilogie Pilgrim* hatte ich geschrieben, lange, bevor die Bücher erschienen sind. Als ich dann 2015 einen Ratgeber im Ullstein-Verlag herausgebracht habe, hoffte ich, dort auch die Fantasy-Bücher verlegen zu können. Nachdem das nicht geklappt hat, wollte ich es mal mit Selfpublishing versuchen und habe mich entsprechend informiert. Nachdem die Bücher dann rausgebracht waren, habe ich mir gedacht, warum ich das nicht auch mal mit Science-Fiction probiere – das ist immerhin auch mein Lieblingsgenre, wenn ich selbst lese. Als dann das erste SF-Buch supererfolgreich war und ich mir eine Leserschaft aufgebaut hatte, wollte ich nicht wieder zu Fantasy springen und dann die SF-Leser „hängen“ lassen.

Trotzdem hattest Du mal eine Ankündigung gemacht, dass es eine zweite Trilogie zur Pilgrim-Reihe geben würde – eine Art Fortsetzung. Ist das noch aktuell?

Ich denke da durchaus noch dran! Allerdings auf keinen Fall mehr in diesem Jahr, denn dafür ist die Planung bereits abgeschlossen.Da ich damals beim Schreiben jedoch nicht sicher war, ob es die zweite Trilogie geben wird, habe ich zumindest Teile der Story zu Ende gebracht – z. B. die Liebesgeschichte – die wollte ich auf jeden Fall beenden, damit die Lesenden die Antworten haben. Und dass die zweite Trilogie danach aber auch noch folgen könnte, es aber nicht unbedingt muss. Ich habe das Thema also noch nicht abgeschrieben.

Band 1 der Pilgrim-Trilogie

Mit Sicherheit freuen sich deine Leser*innen auch noch in drei oder fünf Jahren über eine Fortsetzung freuen. Du sagtest eben, dass du dieses Jahr bereits durchgeplant hast, das ist interessant: Denn wenn man auf Deine Webseite schaut, sieht man ebenfalls, dass Du sehr viel in sehr kurzer Zeit schreibst. Wie schreibst Du? Hast Du viele Ideen? Schreibst Du runter und wartest auf eine Möglichkeit zur Veröffentlichung? Oder war Pilgrim eine Ausnahme?

Im Selfpublishing leben wir von einer hohen Veröffentlichungsfrequenz. Ich habe enge Timeslots für Lektorat und Korrektorat. Da sind dann zehn Tage angesetzt und danach geht das Buch raus, wenn es fertig ist. Das Marketing mache ich auch selbst, wobei mittlerweile der Leser*innenkreis so aufgebaut ist, dass der Newsletter schon viel ausmacht. Das ist natürlich einerseits hart, anderseits sind wir im SP dadurch auch sehr eigenständig – daist eben kein Verlag dazwischen, der den Roman ankündigt, in sein Sortiment einplanen muss und all sowas. Daher können wir auch schnell veröffentlichen. Sobald ich also Ideen habe, plotte diese ein oder zwei Wochen durch und sobald eine feste Kapitelstruktur steht, fang ich an, zu schreiben.

Und dann bleibt alles so, wie anfangs geplant, oder verselbstständigen sich Deine Ideen auch gern mal?

Die machen sich ständig selbstständig.

Ärgert Dich das? Oder hast du das Gefühl, dass das sogar besser ist als das, was Du am Anfang machen wolltest?

Ich freue mich dann eher. Wenn ich denke, dass es so besser ist, gehe ich in die Richtung, wenn nicht, dann nicht. Das ist natürlich auch spannender beim Schreiben, man probiert ja gerade etwas Neues aus.

Viele Geschichten leben davon, dass Charaktere sterben und so z. B. andere Charaktere durch den Verlust wachsen können. Auch in deinen Geschichten gibt es einige herbe Verluste. Fällt es dir schwer, deine Charaktere umzubringen?“

Ich bin da eher hart. Es gibt die Regel kill yourdarlings und der folge ich meistens auch. Und bei mir sterben relativ viele.

Also wenn sie dich nerven und nicht so wollen, wie du, dann sterben sie einfach?

Nein, meistens eher, wenn ich sie besonders mag. Bei mir ist kein Charakter sicher. Ich finde es wichtig, dass die Leser*innen mitfiebern können. Eigentlich stirbt immer etwa die Hälfte der Charaktere. Meistens ist es aber nicht ersichtlich, ob ich die Charaktere mag. Oft mag ich auch meine Bösewichte total, es macht einfach Spaß, sie zu schreiben.

Eine Auswahl von Joshuas Romanen

Oft hört man ja von Autorinnen und Autoren, dass sie viel mehr Zeit mit ihren Bösewichten verbringen, als mit ihren Held*innen, weil es ihnen so wichtig ist, auch diesen Charakteren Tiefe und ein glaubhaftes Motiv zu verleihen, um eben nicht den klassischen „Ich-bin-einfach-nur-böse“-Disneyschurken zu kreieren. Ist das bei dir auch so? Welchen deiner Schurken magst du am liebsten?

Mein liebster Bösewicht… Es gibt so einen Unternehmer aus Behemoth 2333*, der gefällt mir am Besten. Wie bei allen Charakteren versuche ich, wie Du schon gesagt hast, auch den Bösen einen Grund für ihre Handlungen oder Anschauungen zu geben. Sodass sie aus einer gewissen Sicht auch die Guten sind. Ich weiß beispielsweise, dass bei Straftätern oftmals – in ihrer eigenen Wahrnehmung sind sie oft selbst Opfer einer Tat geworden, versuchen einen furchtbaren Verlust zu vergelten und ähnliches. Auch Mörder haben beispielsweise häufig Geltungsdrang oder wollen Anerkennung für irgendwas, machen es  aber auf die falsche Art und Weise. Und das versuche ich, bei meinen Charakteren auch einzubauen. Da ist beispielsweise ein Charakter, der unbedingt die Menschheit retten will, aber dafür bereit ist, dafür Opfer zu bringen.

Also wenn die Geschichte aus seiner Perspektive geschrieben worden wäre, wäre er der Held und die eigentlichen Held*innen die Bösen?

Definitiv.

Wenn ihr noch mehr über Joshua Tree, seine Schreibgewohnheiten und seine Ideenfindung erfahren wollt, schaut auf jeden Fall am Wochenende bei Lara vorbei! ❤ Vielen Dank an der Stelle noch einmal an Joshua für das nette Gespräch und auch an Annika von Literaturtest, die uns das Interview ermöglicht hat.

Giveaway: Gewinne die Ganymed-Reihe in drei Bänden!

Als kleines Gimmick (und auch hier noch einmal ein großes Dankeschön!) darf ich zum Abschluss an euch eine von Joshuas Reihen verlosen. Zu gewinnen gibt es die Ganymed-Trilogie, bestehend aus den Büchern Ganymed erwacht, Ganymeds Flüstern und Ganymeds Erbe. Und darum gehts:

Im Jahr 2042 entdecken Astronomen einen lange postulierten neunten Planeten in unserem Sonnensystem. Ein beispielloses Weltraumrennen zwischen zwei mächtigen Megakonzernen beginnt, die als erste ihre Sonden zu dem Himmelskörper in der Dunkelheit jenseits Neptuns bringen wollen. Als die Robotersonden nach vielen Jahren mit Bodenproben aus dem äußeren System zurückkehren, stürzt eine davon auf Ganymed ab und zerstört dabei eine Forschungsstation. Nachdem der Kontakt zu dem Jupitermond abbricht, erreicht eine zweite Probe die Erde, auf der schon bald Konflikte um die Herrschaft eines Materials ausbrechen, das sämtliche Forscher vor Rätsel stellt.

Inmitten des ausbrechenden Chaos begibt sich die Astronautin Rachel Ferreira an Bord eines Raumschiffes mit führenden Wissenschaftlern, um das mysteriöse Schweigen Ganymeds zu untersuchen. Auf der Erde wird derweil ein Söldnerteam in den Konflikt um die Kontrolle einer möglicherweise außerirdischen Technologie gezogen und deckt nach und nach eine Verschwörung auf, die an den Fundamenten der Zukunft rütteln könnte.

Quelle: Amazon

Teilnahmebedingungen

  • Kommentiert einfach hier unter dem Artikel, dass ihr mitmachen wollt, und erzählt mir von eurem letzten Lesehighlight (ein Los). Für zusätzliche Lose könnt ihr mir bei Instagram folgen (ein Los), das Gewinnspiel in eurer Story teilen (ein Los) oder bei Twitter Werbung machen (ein Los). Wichtig: Tragt auf jeden Fall eure gewählten Optionen in die Box unten ein!
  • Teilnahmezeitraum bis Sonntag 05.05.2019, 23:59
  • Offen für Teilnehmer aus Deutschland
  • Die Gewinner werden unter allen Kommentaren ausgelost
  • Ich schreibe den Gewinner per Mail an, also unbedingt eine gültige Mailadresse angeben.
  • eine Rückmeldung muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen, ansonsten wird neu ausgelost.
  • Die Adresse wird im Gewinnfall nur für den Versandzweck genutzt. Da die Bücher direkt vom Verlag versendet werden, leite ich eure Adresse dorthin weiter. Auch dort wird sie jedoch ausschließlich für den Versand der Bücher genutzt.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Gewähr, keine Barauszahlung des Gewinnes.
  • Ich übernehme keine Haftung für den Transport oder bei Beschädigung auf dem Postweg.
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2 Kommentare

  • Reply
    Autoreninterview: Science Fiction mit Joshua Tree » vielleichtaberdoch.de
    3 Mai, 2019 at 18:56

    […] inzwischen schreibt er vor allem Science Fiction und ist damit auch sehr erfolgreich. Missi hat dir am Mittwoch bereits einen Einblick in sein Schaffen gegeben. Ich habe einige weitere Fragen an den Autor […]

  • Reply
    Jo Romic
    5 Mai, 2019 at 11:32

    Würde gerne mitmachen, da ich das Fossil von Joshua gelesen habe :)

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