Autoreninterviews Rezensionen

Christopher Paolini & die Welt von Eragon

Hallo ihr Lieben! Die Leipziger Buchmesse ist mittlerweile schon zwei Wochen her. Absolut verrückt oder? Dieses Jahr war für meine Begleitung Lara und mich in mehrerer Hinsicht ein besonderes Messeerlebnis. Unter anderem durften wir nämlich zum ersten Mal Autoren interviewen! Heute darf ich euch das Interview mit Christopher Paolini zeigen.

Christopher Paolini ist bekannt durch seine Drachenreiter-Reihe Eragon, die er 2004 im Alter von nur 17 Jahren veröffentlichte. In dieser Serie findet der Junge Eragon auf einem seiner Streifzüge ein blaues Drachenei, aus dem der Drache Saphira schlüpft. Durch die Berührung der beiden gehen sie eine Verbindung ein und Eragon wird zum Drachenreiter. Gemeinsam mit Saphira erlebt er in der fiktiven Welt Alagaesia viele Abenteuer.

Das Interview mit Christopher Paolini haben Lara und ich am Freitagnachmittag in Leipzig auf Englisch geführt und anschließend übersetzt. Bei Lara drüben findet ihr den ersten Part des Gesprächs, wo es vor allem konkret um die Buchreihe Eragon und natürlich das neue Buch „Die Gabel, die Hexe und der Wurm“ geht, das erst im Januar diesen Jahres – nach gut acht Jahren – erschienen ist und neue Geschichten aus Alagaesia bringt. Ein Review zu diesem Nachfolger der Eragonreihe könnt ihr zum Beispiel bei Lara finden. Zur Veröffentlichung dieses Buches war Christopher Paolini übrigens auf Europatournee und deshalb auch in Leipzig auf der Buchmesse. :)

In meinem (zweiten) Teil des Interviews geht es vor allem um Paolinis Schreibgewohnheiten und den spannenden Einblick in das Leben als Autor.

v.l.n.r.: Lara von Vielleichtaberdoch.de, Christopher Paolini & ich :)

Das Interview:
Christopher Paolini über seine Schreibgewohnheiten und sein Leben als Autor

Basieren manche Charaktere aus deinen Büchern auf realen Personen?

Es gibt definitiv einiges vom Charakter meines Vaters in der Rolle des Brom und ein wenig von meiner Mutter in Saphira. Aber grundsätzlich sind die Charaktere komplett imaginär und ich versuche eigentlich auch, die Charaktere nicht auf real existierenden Menschen aufzubauen, weil das dann oft auch nicht mehr in die Welt Drumherum passt.

Lass uns nochmal zu deinen Büchern zurückkehren und zu dem, was du am Ende enthüllt hast…

Nun, ich plane in der Zukunft noch weitere Kurzgeschichten – dieses Buch heißt ja “Buch 1” – und ich hoffe, dass die nächsten Bücher schon bald veröffentlicht werden können. Ich plane auch mehrere längere Geschichten, die in der Welt von Eragon spielen. Und ich freue mich sehr darauf, diese zu schreiben. Allerdings kann ich euch nicht genau sagen, wann das alles veröffentlicht wird – das hängt natürlich zu großen Teilen davon ab, wie gut ich beim Schreiben vorankomme.

Und dann werden wir in diesen nächsten Büchern auch von der Rückkehr Eragon nach Alagaësia lesen?

Kein Kommentar. ;)

Den Versuch war es wert. ;)

Ja klar! Hätte ja auch klappen können.

Es ist schwer zu erkennen, dass du nach wie vor noch richtig tief in deiner Welt drinsteckst. Würdest du gern in Alagaësia leben?

Aber natürlich! Und ich wäre vielleicht sogar am liebsten ein Zwerg – immerhin sehe ich zurzeit auch sehr zwergisch aus, wie ihr sicherlich bemerkt habt (er greift sich lachend in den durchaus etwas zwergenhaften Bart). Und dann würde ich Zwergenspiele erfinden. Auch leben Zwerge eine sehr lange Zeit und ich denke, sie haben mehr Spaß als z. B. Elfen in ihrem Alltag. Aber zurück zum Zwergenbart: Ich habe die Theorie, dass, wenn du genug Fantasy schreibst, dir irgendwann ganz spontan die Eingebung kommt, jetzt einen Bart wachsen zu lassen. Ich habe mit vielen Fantasy-Autor*innen über diese Theorie gesprochen und sie waren sich alle einig – sogar die Frauen.

Woran arbeitest du derzeit?

Mein derzeitiges Projekt ist ein Science Fiction Buch. Es ist etwas umfangreicher geworden als ich anfangs angenommen hatte. Aber sobald ich es beendet habe, werde ich es durchlesen und wenn ich zufrieden bin, werde ich es an meinen Agenten schicken, und wenn er ebenfalls zufrieden ist, dann ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es in naher Zukunft veröffentlicht wird.

Welche Superkraft hättest du gern?

Die Kraft der Heilung. Natürlich wäre es auch ziemlich cool, super stark oder unbesiegbar zu sein. Aber ich denke, wir alle verlieren zu viele Menschen in unserem Leben durch gesundheitliche Probleme, die nicht behoben werden können, und ich kann mir nichts vorstellen, was mir wichtiger sein könnte, als einen Menschen zu heilen. Versteht mich nicht falsch – ich würde gerne fliegen können und unverwundbar sein, aber wenn ich es wirklich wählen müsste oder könnte, dann wäre es definitiv die Fähigkeit zu heilen.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus, was brauchst du, um dich aufs Schreiben konzentrieren zu können?

Das wichtigste für mich ist Ruhe. Also nicht nur kein Lärm, sondern Ruhe. Denn wenn sich Menschen bewegen oder so etwas, reagiere ich schnell sehr abgelenkt. Nicht, weil ich mich nicht fokussieren kann, eher weil ich dann denke “jetzt passiert etwas” und das macht es schwer, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Ich mag es außerdem relativ ordentlich und nicht zu heiß oder zu kalt – dann noch einen bequemen Stuhl oder ein Sofa und ich kann Schreiben. Oh und ich brauche Tageslicht zum Arbeiten.

Stell dir vor, es gäbe einen Film über dich und dein Leben: Welchen Schauspieler würdest du gern in deiner Rolle sehen?

Um ehrlich zu sein: Keinen. Ich glaube nicht, dass ich will, dass mich jemand anderes spielt – ich bin ich und es wird nie ein anderes Ich. Und wenn jemand mal einen Film über mich schreiben würde, wäre es definitiv ohne meine Erlaubnis. Sollte ich jemals eine Autobiographie schreiben, dann wird der Titel des Buches „No Comment“ lauten und es wird einen kurzen einleitenden Absatz geben, in dem die Eckdaten meines Lebens zusammen gefasst sind. Und der Rest des Buches besteht dann aus ungefähr 400 leeren Seiten.

Das wäre ein tolles Notizbuch!

Genau!

Das war also mein erstes, selbst geführtes Interview. :) An dieser Stelle auch von mir nochmal ein großes Dankeschön an Christopher Paolini für das Interview und an das Team vom cbj-Verlag für die Gelegenheit und die Vermittlung. Es hat mir (und auch Lara) sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns für die Zukunft auf weitere Interviews mit Autoren!

Habt ihr die Eragon-Reihe eigentlich gelesen?
Wenn ja, wie hat sie euch gefallen?

2 Kommentare

  • Reply
    Autoreninterview: Christopher Paolini und die Welt von Eragon
    6 April, 2019 at 16:00

    […] Weiter mit den nächsten Fragen an Christopher Paolini geht es bei Missi auf ihrem Blog himmelsblau.org. Erfahre dort, ob noch weitere Charaktere aus der Eragon-Reihe auf realen Personen basieren, was für ein Charakter Paolini wäre, wenn er selbst in Alagaësia leben könnte und an welchen Projekten der Autor zur Zeit noch arbeitet. Zum Interview. […]

  • Reply
    Joshua Tree & die Liebe zu Bösewichten - Himmelsblau.org
    1 Mai, 2019 at 10:00

    […] ihr Lieben! Nachdem ich euch vor einiger Zeit das Interview mit Christopher Paolini gezeigt habe, gibt es heute ein weiteres Autoreninterview (und eine Überraschung für euch am Ende […]

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