Jugendbücher Rezensionen

Morgen und die Ewigkeit danach

Die Bücher von Manuela Inusa konnten mich bisher immer überzeugen, seit ich 2018 den ersten Band der Valerie-Lane-Reihe (Rezension) von ihr gelesen habe. Als dann bei CBJ ein YA-Roman (also ein Liebesroman für Jugendliche) angekündigt hatte, war ich sofort begeistert – vor allem bei der Thematik, bei der ich sofort an das Schicksal ist ein mieser Verräter denken musste. Ob mich Manuelas Ausflug ins Jugendbuchgenre überzeugen konnte, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Lieber Spatz, falls du die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens kennst, dann sag sie uns doch bitte. Es wäre wirklich schön, nicht mehr im Dunkeln zu tappen.

Morgen und die Ewigkeit danach, S. 108.

Worum geht es?

Nach einem missglückten Selbstmordversuch ist Nathalie seit mehreren Wochen in der Psychatrie, wo sie versucht, gegen die Depression und die Schulgefühle anzukämpfen, die sie wegen dem Verlust ihres Bruders belasten. Eines Tages trifft sie dort auf Lucas, der seine ganz eigenen Gründe hat, warum er nicht mehr Leben will – er hat den Glauben daran verloren, dass er irgendwem auf der Welt noch wichtig genug sein könnte, um weiterzumachen. Nathalie und Lucas sind sofort fasziniert voneinander und ihm gegenüber beginnt Nathalie sogar, wieder zu sprechen, was sie seit dem Tod ihres Bruders nicht mehr konnte. Doch reicht ihre Liebe, um die Abgründe zu überwinden, die in ihrem Inneren lauern…?

Rezension

Die Geschichte wird aus Nathalies Perspektive erzählt, immer wieder unterbrochen von Elementen aus ihrem Tagebuch und von kleinen Geschichten und Briefen, die Lucas für sie verfasst. Nathalie ist ein unfassbar liebenswerter und sympathischer Charakter. Seite für Seite leidet und fühlt man mit ihr mit und hofft, dass sie es schafft, die dunklen Gedanken zu besiegen. Aber auch Lucas ist – auf seine Weise – absolut großartig, sobald man hinter seine Fassade geblickt hat.

Die Handlung ist traurig, aber auch hoffnungsvoll. Manuela schafft es hier, sehr sensibel an die Sache heranzugehen und beschreibt die verschiedenen Bewohner der Psychatrie mit viel Feingefühl. Alle sind individuell und man wünscht ihnen allen nur das Beste. Die Geschichte von Nathalie und Lucas entwickelt sich langsam, aber genau deshalb auch realistisch. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass es „zu viel“ sein könnte, jede Seite war genau richtig. Insgesamt ist die Handlung relativ langsam, aber das hat an der Stelle auch überhaupt nicht gestört, weil man so mehr Zeit hatte, die ProtagonistInnen kennenzulernen.

Manuelas Sprache mag ich schon seit der Valerie-Lane-Reihe und auch im Jugendbuchgenre konnte sie mich überzeugen. Vor allem Nathalies poetische Tagebuchschnipsel haben mir sehr gefallen, weshalb ich auch zwei davon für die Zitate ausgewählt habe. Das Cover ist CBJ wirklich gelungen, ich mag die Kombi aus Foto und Bearbeitung sehr und auch der Titel passt wunderbar zur Geschichte. ❤

Morgen und die Ewigkeit danach

Ich höre dich, Lucas, ich kann dich so laut hören.
Und ich verspreche dir, dass ich meine Ohren, meine Augen und mein Herz nicht verschließen werde.

Morgen und die Ewigkeit danach, S. 180.

Mein Fazit

Diese Geschichte von Nat und Lucas war einfach so absolut wundervoll. Emotional, mitreißend, spannend, traurig, authentisch – ich habe absolut keine Kritikpunkte. Ich lese normalerweise nur noch selten Young Adult, aber die Geschichte dieser beiden hat mein Herz berührt. Manuela Inusa schafft es, dieses schwierige Thema Suizid sensibel und trotzdem eindrücklich darzustellen. Für mich definitiv ein Lesehighlight!

Daher bewerte ich „Morgen und die Ewigkeit danach“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Morgen und die Ewigkeit danach
Autor: Manuela Inusa
Hier in Deutschland erschienen: April 2021
Genre: Jugendbuch
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31380-0
Seitenzahl der Printausgabe: 320 Seiten
Preis: 13€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem CBJ Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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