New Adult & Romantik Rezensionen

Love with Pride

Love with Pride

Lea von Liberiarium ist eine der ersten Buchblogger, denen ich auf Instagram gefolgt bin, als ich vor 2,5 Jahren mit Bookstagram angefangen habe. Klar, dass ich da definitiv auch ihr Debüt lesen wollte. Es geht um eine queere Liebesgeschichte von zwei Protagonistinnen, die in einem typischen NA-Setting, nämlich am College, stattfindet. Wie mir die Geschichte von Stella und Ellie – Love is Pride – gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Bücher waren mein Ventil. Wenn mir die Realität mal wieder zu viel wurde, konnte ich in phantastische Welten und wundervolle Erzählungen abtauchen. Bücher waren meine papiernen Freunde. Seelentröster.

Love with Pride, S. 132.

Worum geht es?

Stella ist eher introviert, hat wenige bis keine Freund:innen und verbringt ihre Freizeit mit ihren Eltern und ihrer Katze. Nun jedoch beginnt sie ihren nächsten Lebensabschnitt am Haydensburgh College und würde gern ihr alltes Leben hinter sich lassen und neu anfangen. Schon in ihrer Mitbewohnerin Sue trifft sie eine Freundin, die ihr schnell ans Herz wächst. Und dann lernt sie Ellie kennen. Ellie ist alles, was Stella nicht ist: laut, bunt, auffällig. Immer wieder laufen Stella und Ellie sich über den Weg, vor allem, da Stella gern in die ehrenvolle Zeta Kappa Sigma Verbindung eintreten würde. Dazu muss sie mehrere Anwärterrunden überstehen. Und je mehr Zeit sie damit verbringt, umso stärker wird das Knistern zwischen ihr und Ellie. Doch kann Stella wirklich über ihren Schatten springen, der so groß und bedrohlich scheint…?

Rezension

Die Geschichte wird aus Stellas Perspektive erzählt. Stella ist ein liebenswerter, zurückhaltender Charakter, den ich sehr mochte. Ich konnte mich in vielen Dingen in ihr wiederfinden, fand sie aber gleichzeitig manchmal ein wenig sehr naiv. Trotzdem hat es Spaß gemacht, die Geschichte „durch ihre Augen zu sehen“. Ellie war mir manchmal ein wenig zu sprunghaft und irgendwie nicht ganz greifbar, hier hätte ich mir mehr Charaktertiefe gewünscht. Zudem fand ich es nicht so gelungen, dass Ellie Stella ständig als „Tollpatsch“ bezeichnet hat, auch wenn es liebevoll gemeint war. Mich persönlich hätte das definitiv gestört. Wen ich sehr mochte, war Sue, Stellas Mitbewohnerin. Sie ist ein toller, sympathischer Charakter, der das Buch definitiv bereichert hat.

Die Handlung dreht sich um Stellas Studienbeginn und ihren Versuch, den Zetas beizutreten. Dabei dreht sich ein großer Teil der Handlung entweder um Studientätigkeiten oder eben die Challenges für die Verbindung, was ich stellenweise zu sehr in die Länge gezogen fand. Tiefgreifende Gespräche werden in der ersten Hälfte von Stella immer wieder abgeblockt, da sie aufgrund ihrer Vergangenheit nicht darüber sprechen will. Das hält die Spannung hoch, da man beim Lesen wissen möchte, was nun dahintersteckt. Die Auflösung war mir fast etwas zu „seicht“, aber irgendwie auch realistisch. Was ich sehr mochte, waren die späteren Szenen zwischen Ellie und Stella, die allesamt sehr sensibel und liebevoll gestaltet worden sind. Nicht verstanden habe ich den Sinn der eingeschobenen Kapitel, die zeitlich nach der Geschichte spielen und spoilern. Für mich gab es da leider keinen Mehrwert, da der Roman auch kein klassiches „Enddrama“ aufweist, was den Aufbau gerechtfertigt hätte.

Sprachlich war ich sofort drin und konnte der Geschichte gut folgen. Ein paar sich wiederholende Floskeln haben mich ein wenig gestört, ebenso Stellas Struggle mit ihrem Veganismus und dem „Problem“, kein veganes Essen zu bekommen. Besondere Liebe gilt dem wunderschönen Cover und auch den tollen Illustrationen von Stella und Ellie. Insgesamt werde ich Lea als Autorin definitiv im Blick behalten.

Love with Pride

Zu oft hatte ich durchmachen müssen, was geschah, wenn ich offen und ehrlich war. Ich stieß auf Argwohn und sah die blanken Finger, die lachend auf mich zeigten. Sie sorgten dafür, dass sich eine riesige schwarze Wolke über meinem Kopf bildete, die ein Gewitter auslöste.

Love with Pride, S. 326.

Mein Fazit

Insgesamt war die Geschichte von Ellie und Stella für mich ein schönes Debüt mit ein wenig Verbesserungspotenzial. Ich hatte durchaus Spaß an der Geschichte, hätte mir aber noch etwas mehr Tiefe gewünscht – sowohl bei Ellie als Charakter als auch bei der Handlung. Sprachlich hat es mir sehr gut gefallen und auch die queere Repräsentation ist definitiv gelungen. Wer also gern einen queeren NA-Roman mit zwei Protagonistinnen lesen möchte, sollte sich das Debüt von Lea Kaib einmal anschauen.

Daher bewerte ich „Love with Pride“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Love with Pride
AutorIn: Lea Kaib
Hier in Deutschland erschienen: 28. August 2021
Genre: New Adult, LGBTQ+
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7335-5019-6
Seitenzahl der Printausgabe: 384 Seiten
Preis: 13€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Fischer Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Ein Kommentar

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    Monthly Read - September 2021 - Himmelsblau.org
    24 Oktober, 2021 at 17:44

    […] Love with Pride von Lea Kaib (4 Sterne – Rezension) […]

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