Jugendbücher Rezensionen

Frankly in Love

Das Buch Frankly in Love hätte ich vermutlich nicht gelesen, wenn ich es nicht dank unserem Bloggertreffen in Leipzig zur Verfügung gestellt bekommen hätte. Und ganz ehrlich: ich bin sehr froh darüber, dass ich es gelesen habe! Ich musste so oft lachen und so oft über Dinge nachdenken, die für mich als Nicht-Migrantin selbstverständlich scheinen. So viel vorab: Frankly in Love ist ein tolles und ein wichtiges Buch. Warum ich das so sehe, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Amerika, darf ich vorstellen: Korea. Korea, darf ich vorstellen: Amerika.
Alle zufrieden? Kann ich jetzt einfach mein Ding machen?
Alles klar.

Frankly in Love, S. 12.

Worum geht es?

Frank Li lebt mit deinen koreanischstämmigen Eltern in Amerika. Seine Eltern sind nach dem Studium aus Korea nach Amerika gekommen und haben sich dort ein neues Leben aufgebaut, sein Vater führt einen kleinen Shop in einem der ärmeren Viertel. Frank selbst spricht wenig koreanisch, dafür aber fließend englisch. Und obwohl er im Land der Freiheit lebt, ist er doch alles andere als frei – denn seine Eltern wollen für Frank einen tollen Schulabschluss, einen tollen Job und ihn ausschließlich mit einem koreanischen Mädchen sehen, auf gar keinen Fall mit einer Amerikanerin.

Als Frank sich schließlich in Brit Means verliebt – definitiv weiß – schließt er mit Joy – definitiv koreanischstämmig – einen Pakt. Die geben gegenseitig bei ihren Eltern vor, zusammen zu sein, um in Wirklichkeit Beziehungen zu in den Augen ihrer Eltern ungeeigneten Partnern führen zu können. Doch das ist gar nicht so einfach, wie gedacht – denn weder Frank noch Joy haben mit ihren Gefühlen gerechnet…

Die Geschichte wird aus Franks Perspektive erzählt. Die Sprache war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber der autor erzählt klug und scharfsinnig, wie es in einer koreanischen Familie in Amerika zugeht – und was für Probleme auftreten. Das reicht von Sprachbarrieren über Zugehörigkeitsgefühl und Identität bis hin zu Rassismus.

Durch das Lesen dieses Buches lernt man viel darüber, was Migranten hinter sich lassen und was sie mitnehmen. Frank ist dabei zwar ein überdurchschnittlich kluger Jugendlicher, aber trotzdem ein Jugendlicher – und das macht ihn super sympathisch. Auch Joy, Franks bester Kumpel Q und Brit Means sind spannende Charaktere, die alle ihre eigenen Probleme haben. Doch auch die Eltern von Frank sind alles andere als eindimensional. Nach und nach erkennt Frank nämlich, was seine Eltern eigentlich ausmacht.

Der schwarze Thron

einmal die welt durchschütteln
und sehen,
was hängenbleibt

Frankly in Love, S. 215.

Mein Fazit

Ich habe es ja schon am Anfang des Beitrags gesagt, Frankly in Love konnte mich definitiv überzeugen. Die Thematik, der Wortwitz und die Charaktere machen den Roman sowohl interessant als auch spannend. Ein kleines Manko war für mich der Sprachstil, der es zu Beginn schwer gemacht hat, Frank zu folgen. Außerdem hätte ich mir an einigen Stellen noch mehr Erklärungen gewünscht, da für mich einiges völlig unbekannt war (beispielsweise einige Abläufe oder Begriffe). Trotzdem versteht man problemlos die Handlung, wenn man erstmal „dabei“ ist. Und am Ende hat man einiges gelernt.

Daher bewerte ich „Frankly in Love“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Frankly in Love
Autor: David Yoon
Hier in Deutschland erschienen: März 2020
Genre: Jugendbuch
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 3570165752
Seitenzahl der Printausgabe: 496 Seiten
Preis: 19€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Amazon*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem CBJ Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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