Fantasy & Dystopie Rezensionen

Die Chroniken von Castellan #1: Sword Catcher

Cassandra Clare gehört, seit ich den ersten Schattenjägerband (City of Bones) gelesen habe, zu meinen liebsten Fantasy-Autorinnen. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf ihre neueste Geschichte außerdem des Schattenjägeruniversums. In Die Chroniken von Castellan gibt es zwar wieder Magie, im Gegensatz zu Engeln geht es hier aber eher um politische Intrigen und Ränkeschmiede. Wie mir der Reihenauftakt gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Wer Castellan regiert, regiert die Welt.

Sword Catcher, S. 7.

Worum geht es?

Kel war ein Straßenkind ohne Eltern, ein Niemand ohne Zukunft. Doch dann wurde er zum Schwertfänger – zum Doppelgänger des königlichen Erben von Castellan, Prinz Conor Aurelian. Kel wuchs mit Conor auf, sie sind wie Brüder, doch ein Schwertfänger hat nur einen Zweck: statt des Thronfolgers zu sterben. Ein vereiteltes Attentat führt Kel mit der Heilerin Lin an den Hof des gefürchteten Lumpensammlers, den Herrscher über Castellans Unterwelt. Und dort entdecken Lin und Kel eine Verschwörung, welche ihre Welt ins Chaos zu stürzen vermag. Denn eine Liebe, die nicht sein darf, steht im Begriff das Königreich zu zerstören… (Klappentext)

Rezension

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, auf der einen Seite haben wir Kel, den “Schwertfänger” von Kronprinz Conor, und auf der anderen Seite Lin, eine Heilerin. Zunächst zu Kel und Conor: obwohl sich beide äußerlich ähnlich sind (was sie auch sein müssen, da Kel regelmäßig Conors Platz einnimmt, um ihn zu beschützen), sind sie charakterlich doch unterschiedlich. Während Conor in seiner Unbedarftheit und Lässigkeit fast schon unsympathisch wirkt, ist Kel eher nachdenklich und vorausschauend. Auch bei ihm gibt es Eskapaden (vor allem in Bezug auf Rauschmittel), doch im Fall des Falles würde er sich jederzeit vor Conor werfen. Das Konzept, dass Kel praktisch kein eigenes Leben führen, ja nichtmal ein eigenes Zimmer haben darf, fand ich sehr spannend, an einigen Stellen aber auch bedrückend. Vor allem die ausschweifenden Feste und Unternehmungen der Adelshäuser und Charta-Familien fand ich teilweise eher anstrengend, dazu aber später mehr.

Auf der anderen Seite steht die Protagonistin Lin, bei der ich lange nicht wusste, was ich mit ihr anfangen soll. Erst ab der Hälfte circa fangen die Handlungsstränge an, sich miteinander zu verweben – und mehr Sinn zu ergeben. Lin an sich ist eine sympathische und mutige Protagonistin, vor allem das Ende des ersten Bandes hat mich schlussendlich von ihr überzeugt.

Neben den drei Protagonist*innen gibt es noch jede Menge weitere Handlungsträger*innen: und hier komme ich zu meinem Hauptkritikpunkt. Es sind einfach so viele Personen, dass es mir schwer fiel, einen Überblick zu bekommen. Bis zum Schluss konnte ich einige Menschen, die Kel und Conor umgeben, nicht wirklich zuordnen, vor allem die Personen aus den Charta-Familien beziehungsweise dem Adel blieben für mich eher austauschbar.

Die Handlung selbst steigt eher langsam ein und man braucht eine Weile, um “hineinzukommen”. Auch im Mittelteil gibt es einige Längen, da jede Menge Feste und Unternehmungen geschehen, es gibt jede Menge Beschreibungen von Kleidung, Schmuck, Alkoholika, Einrichtungsgegenständen und Räumen sowie der Stadt selbst – die aber alle irgendwie nicht zur Handlung beitragen. Man bekommt zwar einen guten Eindruck von Castellan, ich hätte mir hier aber lieber 200 Seiten weniger gewünscht. Die Handlungslinien von Kel und Lin sind dagegen meist unterhaltsam und spannend, vor allem das letzte Viertel hat mich wirklich abgeholt. Nur schade, dass so viel “Drumherum” da war.

Sprachlich fiel es mir – wie sonst bei Cassandra Clare – nicht so leicht, in ihre Welt einzutauchen. Das lag vor allem an den vielen Namen von Menschen, Orten, Straßen und Co, die einem zu Beginn hingeworfen werden, aber insgesamt eher verwirrend sind. Erst nach und nach findet man sich zurecht – und kommt dann auch leicht durch die Geschichte.

Sword Catcher

Es began mit einem Verbrechen. Dem Diebstahl eines Jungen.
Allerdings wurde der Raub nicht als Verbrechen bezeichnet.

Sword Catcher, S. 9.

Mein Fazit

Insgesamt bin ich also etwas zwiegespalten, was den Auftaktband der Chroniken von Castellan angeht. Es gibt drei spannende Protagonist*innen, die viel Potenzial haben, sowie ein interessantes Magiesystem. Auf der anderen Seite steht ein 800 Seiten langes Werk, das leider eben auch Längen hat und irgendwie ein wenig “sperrig” war, was vor allem an den vielen Beschreibungen und Namen lag. Aufgrund des Cliffhangers am Ende werde ich aber auf jeden Fall trotzdem Band 2 lesen, der jedoch noch ein wenig auf sich warten lässt.

Daher bewerte ich “Sword Catcher” mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Sword Catcher
Autor*in: Cassandra Clare
Hier in Deutschland erschienen: Oktober 2023
Genre: High Fantasy
ISBN: 978-3-7645-3286-4
Seitenzahl der Printausgabe: 796 Seiten
Preis: 24€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Penhaglion Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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