Belletristik & Historisches Rezensionen

Die eigene Seele befreit

Die eigene Seele befreit

Das Buch Die eigene Seele befreit ist in Eigenregie entstanden und beschreibt die Geschichte von Gabrielle Bellerose, wie sie von einer Kindheit als Jochen in der Schweizer Provinz ihr Leben hin zu Gebrielle findet und eben genau das tut: ihre Seele befreien. Das Besondere an der Geschichte ist, dass es sich hier um eine Biografie handelt, die Geschichte ist also Gabrielle – wie sie sich hier nennt – auch wirklich so wiederfahren. Wie mir die Geschichte gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Die Maske, die ihr auf dem Foto sehen könnt, war zusammen mit Schmucksteinen und Glitzer Teil des Bloggerpakets, das mir von der Agentur Mainwunder zugesendet wurde. Vielen Dank an der Stelle dafür!

Manchmal fühlte ich mich allein. Da war irgendetwas was nicht so war, wie es sein sollte. Irgendetwas, das noch fehlte in meinem Leben. Irgendetwas an oder in mir, das anders sein sollte, als es war.

Die eigene Seele befreit.

Worum geht es?

Gabrielle wächst als Jochen im Kanton Aargau in der Schweiz auf. Schon als Kind fühlt er sich mehr zu Mädchen als zu Jungen hingezogen, versteht aber nicht, woran das liegt. Die Emotionen, die ihn zu seiner weiblichen Seite hinziehen, werden mit der Zeit immer stärker und er versucht, sie mit Alkoholexzessen und anderen Ablenkungstaktiken zum schweigen zu bringen. Nach außen hin wird er zu einem starken, selbstbewussten Mann, der im Beruf erfolgreich ist und eine Bilderbuchfamilie vorzeigen kann. Doch je mehr Zeit vergeht, umso schwerer fällt es Gabrielle, als Jochen weiterzuleben – bis sie eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Rezension

Die Geschichte wird aus der Sicht von Gabrielle erzählt, wobei sie chronologisch vorgeht und von frühester Kindheit bis zum Entschluss, die Geschlechtsangleichung vorzunehmen, erzählt. Dabei ist man sehr nah an Gabrielle dran und fühlt auch mit ihr mit – zugleich gibt es aber immer wieder Passagen, die mir beim Lesen leider eher emotionslos vorkamen. Ihre spätere Frau Silvia ist für mich dagegen sehr nachvollziehbar und in den Kapiteln, in denen sie vorkommt, auch sehr sympathisch. Schade finde ich, dass einige Charaktere auftauchen, die auch als gute oder enge Freunde bezeichnet werden, später aber nicht mehr erwähnt werden. Hier hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr zu lesen, wie und ob es mit den Freundschaften (auch nach der Angleichung) weiterging.

Die Handlung lässt sich für mich schwer beurteilen, da es sich um eine Biografie handelt, also den tatsächlichen Lebensweg von Gabrielle. Da Dinge wie Spannungsbögen oder Handlungslogik zu beurteilen, finde ich unangemessen. Insgesamt war die Geschichte interessant zu verfolgen, hatte zwar stellenweise ein paar Längen, aber so ist es eben auch im echten Leben. Was mir jedoch gefehlt hat, war die Reflexion der Handlungen der jüngeren Gabrielle, hier hätte ich mir aus der Perspektive der älteren Gabrielle einfach noch ein paar Gedanken gewünscht. Gabrielle betäubt sich viel mit Alkohol, diese Lebensweise wird weder reflektiert noch kommentiert, was ich schade fand. Auch Spielsucht spielt eine Rolle, wird aber ebenfalls nur erwähnt, aber nicht reflektiert.

Die Sprache in der Geschichte war für mich teilweise leider etwas holprig, was auch den Lesefluss etwas gestört hat. Zudem gab es einige Rechtschreibungs- und Kommafehler, sowas finde ich immer ärgerlich. Das Cover jedoch gefällt mir sehr und passt auch wunderbar zum Thema.

Die eigene Seele befreit

Ich bin und bleibe trotzdem authentisch, und das ist nicht mal zwingend weiblich, im besten Fall ist es menschlich.

Die eigene Seele befreit, S. 192.

Mein Fazit

Insgesamt war die Geschichte für mich interessant zu lesen und ich habe wieder einmal eine andere Sichtweise als meine eigene kennengelernt. Gabrielle war mir meist auch sympathisch, manchmal aber leider zu emotionslos dargestellt. Zudem hätte ich mir in der Geschichte selbst noch ein wenig mehr reflektierende oder kommentierende Passagen gewünscht, so blieben zumindest für mich einige Fragen offen.

Daher bewerte ich „Die eigene Seele befreit“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Die eigene Seele befreit
Autor: Gabrielle Bellerose
Hier in Deutschland erschienen: März 2021
Genre: LGBTQ+
Empfohlen: ab 12 Jahren
Seitenzahl der Printausgabe: 208 Seiten
Preis: 18€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Falter*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit der Agentur Mainwunder entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Ein Kommentar

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    Monthly Read - April 2021 - Himmelsblau.org
    3 Mai, 2021 at 18:32

    […] Die eigene Seele befreit von Gebrielle Bellerose (4 Sterne – Rezension) […]

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