Rezensionen Sachbücher

It’s okay not to be okay

It's okay not to be okay

Psychische Gesundheit ist vor allem in Zeiten von Corona ein immer präsenteres Thema geworden. Diese Medienpräsenz wird sowohl in den Sozialen Netzwerken als auch in Romanen und Ratgebern genutzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass psychische Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen oder ähnliches eben okay sind. Es ist okay, nicht okay zu sein. Das ist die Botschaft dieses Buches, in dem inspirierende Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern über ihren eigenen Struggle mit psychischer Gesundheit sowie ihre Erfahrungen mit Therapieansätzen und Möglichkeiten zur Fremd- und Selbsthilfe sprechen.

Dieses Buch ist vieles, vor allem aber ist es eine Liebeserklärung ans Menschsein. […]
Ein lautes Signal, das alle da draußen wissen lässt:
Du bist nicht allein!

It’s okay not to be okay, S. 19.

Worum geht es?

In dem Buch sprechen verschiedene mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten über ihren Umgang mit psychischen Erkrankungen. Häufig geht es um Depressionen, aber auch Angststörungen, bipolare Störungen oder andere Diagnosen. Es gibt Menschen, die selbst mit einer Erkrankung kämpfen oder gekämpft haben, sowie Menschen, die beruflich mit der Bewältigung dieser Krankheiten zu tun haben. Dabei sind die einzelnen Essays zwischen einer und zehn Seiten lang und ganz unterschiedlich gestaltet: von klassischen Texten über Whats-App Gespräche hin zu Poetry Slams ist alles dabei.

Zusätzlich zu den Essays sind auch viele Tipps und Hinweise dabei, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Das geht von „Was kann ich sagen?“ über „Was kann ich tun?“ für Angehörige hin zu „Wie gehe ich mir mir selbst um?“ für Betroffene.

Der Tenor der Texte ist dabei immer gleich:
Es ist okay, nicht okay zu sein. Aber es wird besser werden.

Rezension

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Jeder Abschnitt beginnt mit einem Essay der Herausgeberin Scarlett Curtis, die als Influencerin und Autorin fast 100k AbonnentInnen auf Instagram hat und dadurch natürlich auch einiges an Reichweite erzeugt. Tatsächlich haben mir ihre Essays aber fast am besten gefallen, da sie mit sehr viel Sensibilität und Vorsicht an das Thema psychische Gesundheit herangeht. Insgesamt steht aber definitiv jedes Essay für sich und kann auch genau so – nämlich einzeln – gelesen werden, was mir sehr gefallen hat. Einige stachen für mich besonders heraus, wie etwa der Poetry Slam von Lucia Lucia und eine Geschichte in zwei Städten von Jo Irwin. Weniger gelungen, da ziemlich oberflächlich, war für mich dagegen der Text Kein Grund, sich zu schämen von Naomi Campbell. Hier hatte ich eher das Gefühl, dass Campbell nur aus Publicitygründen mit aufgenommen wurde.

Durch die unterschiedlichen AutorInnen bekommt man einen interessanten Einblick in das Thema psychische Gesundheit – dieser Einblick ist sowohl schmerzhaft, belastend und emotional, aber zugleich auch hoffnungmachend und erleuchtend. Für mich als Nicht-Betroffene war es sehr anschaulich, wie ich mich verhalten kann oder sollte – gerade in meinem Berufsfeld als Lehrerin finde ich es wichtig, da mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Generell ist diese Sammlung für mich aber ein Buch, das man gelesen haben sollte – allein aus Aufklärungsgründen, aber auch, um zu sehen, dass man als betroffene Person nicht allein ist.

Sprachlich lassen sich die Texte leicht lesen und verstehen. Teils werden besonders wichtige Aussagen optisch hervorgehoben, was mir gut gefallen hat. Zudem gibt es immer wieder Listen oder Aufzählungen zur besseren Übersichtlichkeit. Auch das Cover gefällt mir sehr, ich mag die Blautöne und die verschiedenen Schriftarten sehr. Der englische Titel lautet übrigens „It’s not okay to feel blue (and other lies)“, was auch unfassbar gut passt.

It's okay not to be okay

Genau deswegen gibt’s kein perfekt und kein normal.
Weil da immer jemand sein wird, der dich annimmt und liebt, mit allem, was du bist oder eben auch nicht.

It’s okay not to be okay, S. 164.

Mein Fazit

Insgesamt war die Lektüre dieses Buchs ebenso erleuchtend wie bedrückend. Ich musste es in mehreren Abschnitten lesen und zwischendrin immer wieder „sacken lassen“, weil mir die Einzelschicksale sehr nahe gingen. Im Großen und Ganzen möchte ich das Buch gern jeder Person ans Herz legen, die gern mehr wissen möchte – sowohl als Betroffene:r, als auch als Angehörige:r, aber auch einfach als Mensch in unserer Gesellschaft. Denn mehr Bewusstsein für psychische Gesundheit kann uns allen nur gut tun. Da ich es schwierig finde, ein Buch mit einer solchen Thematik zu bewerten, habe ich hier auf ebenjene verzichtet. So oder so gibt es aber definitiv eine große Leseempfehlung!

Eckdaten auf einen Blick

Titel: It’s okay not to be okay
AutorIn: verschiedene, herausgegeben von Scarlett Curtis
Hier in Deutschland erschienen: Juli 2021
Genre: Sachbuch
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-58454-0
Seitenzahl der Printausgabe: 320 Seiten
Preis: € als broschierte Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Carlsen Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar!