Fantasy & Dystopie Rezensionen

Sturmlicht-Chroniken #7: Der Rhythmus des Krieges

Brandon Sanderson und ich, das ist große Liebe! Trotzdem lag Band 7 der Sturmlicht-Chroniken, Der Rhythmus des Krieges, jetzt fast sechs Monate bei mir. Warum? Ich habe auf die Sommerferien gewartet, um diesen 1000-Seiten-Brocken möglichst zeitnah und zügig lesen zu können. Denn für diese Art von Büchern braucht man definitiv Urlaub und mindestens vier Tage am Stück ohne Termine! ❤

Es handelt sich hierbei um den siebten Band einer aufeinander aufbauenden Reihe, die nicht unabgängig voneinander lesbar sind. Wenn euch die Sturmlicht-Chroniken generell interessieren, schaut gern mal bei Band 1 „Der Weg der Könige“ vorbei.

Sofort erstrahlte Kaladin vor Macht und Kraft.
Heute war der Tod zu Besuch nach Herdstein gekommen, auch wenn Lirin es hatte verhindern wollen.

Der Rhythmus des Krieges, S. 61.

Worum geht es?

Der Krieg gegen die erwachten Parschendi geht weiter. Während Dalinar gemeinsam mit seiner Frau Navani und Nichte Jasnah auf politischer Ebene versucht, Roschar zu vereinen, um gemeinsam gegen den großen Feind und den Ewigsturm bestehen zu können, kämpft Kaladin mit ganz anderen Problemen: er leidet an einem Schlachtenschock, einer Art PTBS, die so weit führt, dass er vom aktiven Kriegsdienst ausgeschlossen wird. Und so muss sich der Sturmgesegnete neue Möglichkeiten überlegen, wie er zum Gelingen der Mission beitragen kann…

Schallan versucht währenddessen, gemeinsam mit ihren beiden Identitäten Schleier und der Strahlenden, die geheimen Drahtzieher zu entlarven und Urithiru zu einem sichereren Ort zu machen. Ihr Mann Adolin steht ihr dabei immer zur Seite, auch wenn er manchmal Schwierigkeiten hat, seine Frau zu verstehen. Und auch Schallan hat immer mehr Probleme, ihre Identitäten getrennt zu halten, denn in ihrem Unterbewusstsein wartet noch eine weitere Stimme, die an die Oberfläche drängt. Doch für diese Gedanken ist kaum Zeit, denn Schallan und Adolin werden beauftragt, nach Schadesmar zu reisen, um die Ehrensprengsel zu einer Zusammenarbeit zu bringen. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch noch einen Verräter in den eigenen Reihen…

In Band 7 erfährt man endlich mehr aus der Perspektive der Parschendi, die als Bringer der Leere und Verschmolzene eine immer größere Bedrohung für Roschar darstellen. Die Lauscherin Leshwi stellt dabei ihre eigenen Leute in Frage und versucht, eine eingeschworene Gruppe zu gründen, um ein freies, ruhiges Leben führen zu können. Doch als Lauscherin hat sie dazu nur wenig Freiheiten und wird schließlich beauftragt, den Sturm auf Urithiru zu begleiten…

Rezension

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, besonders viel Fokus wird dieses Mal auf Kaladin, Schallan und Navani gelegt. Vor allem Navani fand ich faszinierend, da sie in den vorherigen Bänden weniger Pagetime hatte. Kaladin und Schallan sind seit Band 1 meine liebsten Charaktere und ich finde es toll, ihre weitere Entwicklung verfolgen zu können. In diesem war es vor allem faszinierend, dass beide Schwierigkeiten hatten, mit ihren Aufgaben und Erwartungshaltungen zurecht zu kommen, das machte sie sehr authentisch und nahbar. Gerade Kaladin hätte ich am liebsten in den Arm genommen, als er nicht wusste, was er nun tun soll. Aber auch Schallan mit ihrer Angst vor der Wahrheit und den verschiedenen Identitäten hat nochmal Pluspunkte sammeln können. Interessant fand ich, dass man einige weitere Verschmolzene kennenlernt, vor allem Raboniel als moralisch grauer Charakter war hier extrem faszinierend.

Die Handlung ging erst relativ langsam los, was mich ein wenig gestört hat. Es ging viel um Theorien und Forschungen, die Navani in Bezug auf die Sprengsel angestellt hat. Spannend waren da vor allem die Szenen aus Kaladins Perspektive, der zur Rettung von Herdstein gekommen war. Ab dem zweiten Viertel ging es dann aber richtig los und vor allem das letzte Viertel mit dem „Run“ auf Urithiru durch die Verschmolzenen war extrem spannend. Dabei sind die einzelnen Handlungsstränge toll miteinander verwoben, wobei ich die Abschnitte von Leshwi zu Beginn ein wenig überblättert habe – vor allem aber, weil ich wissen wollte, wie es bei Kaladin, Schallan und Navani weitergeht. Das Buch endet mit einem ultimativ fiesen Cliffhanger, der aber schnell mit Der Turm der Lichter behoben werden kann, das ja bereits erschienen ist.

Die Sprache von Brandon Sanderson mag ich immer noch sehr, ich liebe die Beschreibungen und den Weltenbau sehr und bin gespannt, wo das alles noch hinführen wird. Besonders amüsant fand ich die Dynamik zwischen Adolin und Kaladin, aber auch – wie immer zwischen Kaladin und Syl. Das Cover finde ich extrem episch, allerdings hat es verhältnismäßig wenig mit der Handlung zu tun, das fand ich sehr schade. Hier hätte vielleicht ein anderes Motiv besser gepasst.

Der schwarze Thron

Auch ich habe Eide geleister, Vater. […] Es tut mir Leid, dass ich nicht der Mann bin, der ich deiner Meinung nach sein sollte.
Aber wenn ich wirklich so ein Ungeheuer wäre, hätte ich diesen anderen Soldaten niemals gehen lassen.

Der Rhythmus des Krieges, S. 896.

Mein Fazit

Insgesamt konnte mit Band 7 der Sturmlichtarchive wieder überzeugen. Die einzigartigen Charaktere und der großartige Weltenbau von Roschar fasziniert mich immer noch und auch die Handlung war fast durchweg spannend. Zwischendrin ging es mir wieder ein wenig zu theoretisch zu und ich es bleiben so einige Fragen offen, die aber hoffentlich im Turm der Lichter beantwortet werden. Außerdem finde ich es sehr schade, dass das Cover inhaltlich nicht zum Buch passt, sowas sollte eigentlich nicht passieren.

Daher bewerte ich „Der Rhythmus des Krieges“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Der Rhythmus des Krieges
AutorIn: Brandon Sanderson
Hier in Deutschland erschienen: Februar 2021
Genre: High Fantasy
ISBN: 978-3453272736
Seitenzahl der Printausgabe: 960 Seiten
Preis: 26€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Heyne Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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