Fantasy & Dystopie Rezensionen

Sturmlicht-Chroniken #8: Der Turm der Lichter

Der Turm der Lichter

Wie schon bei Band 7, Der Rhythmus des Krieges, ging es mir auch bei Band 8 so, dass Der Turm der Lichter erstmal ein wenig liegen musste, bevor wir beide warm miteinander wurden. 1072 Seiten sind halt auch erstmal abschreckend! Nun habe ich aber die letzten Urlaubstage genutzt und das Buch tatsächlich in fünf Tagen beendet. Es war aber auch wirklich spannend, so viel vorab! Wie mir die weitere Reise von Kaladin, Schallan, Adolin und Co gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Achtung: Es handelt sich hierbei um den achten Band einer aufeinander aufbauenden Reihe, die nicht unabgängig voneinander lesbar sind. Wenn euch die Sturmlicht-Chroniken generell interessieren, schaut gern mal bei Band 1 „Der Weg der Könige“ vorbei.

Kaladin rannte mit Teft auf den Schultern durch die dunklen Tunnel von Urithiru und fühlte sich, als könnte er hören, wie sein Leben mit jedem Schritt unter ihm zerbröckelte. […] Jeder schmerzhafte Schritt entfernte ihn weiter von seiner Familie und auch vom Frieden.

Der Turm der Lichter, S. 23.

Worum geht es?

Die Verschmolzenen haben Urithiru eingenommen und unterdrücken die dort lebenden Menschen. Während Kaladin Teft vorerst retten konnte, ist dieser jedoch immer noch im Koma. Also versucht er, ihn am Leben zu erhalten und zugleich einen Weg zu finden, mit seinem Schlachtenschock (einer Art Trauma) und der Belagerung umzugehen. Neben ihm sind unter anderem auch Rlain, der ehemalige Parscher von Brücke vier, und Navani, Jasnahs Mutter und Dalinars Geliebte, im Turm gefangen. Vor allem Navani versucht, mithilfe ihrer Forscherinnen, einen Weg zu finden, die Verschmolzenen zu besiegen. Dabei kommt sie einer von ihnen, Raboniel, näher, die ebenfalls eine Wissenschaftlerin ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zögerliche Annäherung, obwohl sie einander eigentlich nicht vertrauen können.

Adolin und Schallen sind währenddessen immer noch im Kugelreich Schadesmahr, in der Festung der Ehrensprengsel. Schallan versucht weiterhin, mit ihren vielen Persona zurechzukommen, während Adolin für die Untaten seiner Vorfahren verantwortlich gemacht werden soll. Dalinar dagegen ist gemeinsam mit Renarin und Szeth immer noch im Krieg und versucht, die Verschmolzenen zurückzuhalten, während er gleichzeitig eine Lösung sucht, die alten Strahlenden nach einem Weg, Odium zu besiegen, zu befragen.

Außerdem bekommtm an Einblicke in die Vergangenheit der beiden Lauscherinnen Venli und Eschonai. Während Venli auch in der Gegenwart noch eine Rolle spielt, ist Eschonai zum Zeitpunkt der Einnahme von Urithiru schon nicht mehr am Leben.

Alle gemeinsam, Menschen, Lauscher und Verschmolzene, kämpfen für ihre Seite bei dem Krieg um Roschar, einen Krieg von Odium gegen die Nachkommen von Ehr…

Rezension

Schon an der Zusammenfassung merkt man, wie viele Perspektiven hier wieder verbunden werden. Den Löwenanteil nehmen Navani, Kaladin und Venli, die Lauscherin, ein, aber auch Dalinar, Adolin und Schallan kommen zu Wort, genauso wie Jasnah, Eschonai, Taravangian und viele weitere. Da den Überblick zu behalten ist war nicht so leicht, weshalb ich mich hier auch auf die ersten drei konzentrieren möchte. Kaladin ist mir mit jedem Band nahbarer geworden, auch Band 8 macht hier keinen Unterschied. Er leidet unter seinem Trauma und versucht dennoch, das Richtige zu tun, auch wenn es ihn an seine Grenzen bringt. Navani war für mich bisher kein allzu tiefer Charakter, das hat sich hier definitiv geändert, da sie sehr viel Pagetime bekommt und auch wesentliche Elemente zum Gelingen beträgt. Eine starke, authentische Frau! Ein wenig genervt hatm ich lediglich Venli, auch die vielen Rückblenden in ihre Vergangenheit fand ich eher anstrengend. Dadurch hatte Band 8 für mich einige Längen, die man gern hätte weglassen können. In Bezug auf die Charakterentwicklung fand ich jedoch Schallan auch besonders spannend, da sie zu einer Lösung mit ihren Persona gelangt.

Die Handlung scheint zunächst kaum voranzugehen, was für die Übernahme von Urithiru aber auch Sinn ergibt. In der ersten Hälfte ist daher viel Zeit für Charakterentwicklung, was ich sehr spannend fand. Vor allem im letzten Drittel wurde es dann aber richtig spannend und die Handlung hat einen ordentlichen Sprung voran gemacht. Vor allem das Ende war für mich sehr unerwartet (besonders das letzte Kapitel, was war das bitte?) und ich bin sehr gespannt auf den letzten Band der Pentalogie. Wie immer gab es auch einige spannende und unerwartete Wendungen. Diese beruhen häufig darauf, dass plötzlich Charaktere auftauchen, die man gar nicht mehr im Blick hatte. Das mochte ich sehr!

Sprachlich ist es trotz der komplexen Welt sehr gut zu lesen und man fliegt geradezu durch die Seiten. Die vielen Illustrationen machen es leicht, sich die Welt und ihre Bevölkerung vorzustellen. In Bezug auf das Worldbuilding fand ich besonders spannend, dass zum ersten Mal Hinweise auf das Kosmeer gegeben wurden, also die Planeten, die um Roschar herum existieren. Gern mehr davon!

Ich habe jeden Tag meines Lebens vor dem Tod gestanden! […]
Du fragst dich, warum ich ihn nicht fürchte?
Ich lebe zu allen Zeiten mit dem Wissen, dass der Tod mir nachjagt.
Du bist nichts Neues für mich.

Der Turm der Lichter, S. 890.

Mein Fazit

Insgesamt hatte Band 8 vor allem durch die Rückblicke von Venli und Eschonai zwar einige Längen, war aber dennoch extrem spannend. Ich mochte vor allem die Entwicklungen von Kaladin und Navani, aber auch von Schallan sehr. Das Worldbuilding ist immer noch genial und die Komplexität dieser Reihe packt mich jedes Mal aufs Neue. Ich freue mich definitiv auf Band 9 und 10, auch wenn bis dahin noch einiges an Zeit vergehen wird. Da Brandon Sanderson aber das ganze Jahr 2022 an Stormlight 5 schreiben will, ist es vielleicht realistisch, in 2023 oder 2024 ein Ende der Geschichte zu bekommen. :)

Daher bewerte ich „Der Turm der Lichter“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Der Turm der Lichter
AutorIn: Brandon Sanderson
Hier in Deutschland erschienen: 21. Juni 2021
Genre: High Fantasy
ISBN: 978-3-453-27324-5
Seitenzahl der Printausgabe: 1072 Seiten
Preis: 26€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Heyne Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

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