Autoreninterviews Rezensionen

Kira Licht & die Götter in Paris

Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober hatten Lara & ich Gelegenheit, ein wenig mit Kira Licht, der Autorin von „Gold und Schatten“ sowie „Staub und Flammen“ aus dem ONE-Verlag, zu plaudern. Im Gespräch ging es natürlich viel um die Götterwelt, Livia und die anderen Charaktere, aber auch um Paris und andere europäische Metropolen. In meinem Teil des Interviews geht es etwas konkreter um die beiden Bücher. Den anderen Teil, in dem Kira ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert, findet ihr drüben bei Lara.

Wenn ihr zuerst ein wenig darüber wissen wollt, worum es in der Götter-Dilogie eigentlich geht, könnt ihr euch gern auch meine Rezension zu „Staub und Flammen“ anschauen.

Warum spielt die Geschichte in Paris?
Die Idee kam mir tatsächlich in den Katakomben. Also in dem Bereich, in dem man die verbotenen Gänge sieht – und alle Leute gruseln sich da immer so ein bisschen, wenn sie daran vorbeigehen. Und ich stand dort und habe mir überlegt: Was wäre, wenn da jetzt plötzlich so ein ganz heißer Typ aus den Schatten tritt und dich ab da nicht mehr aus den Klauen lässt? Ich habe mir das ganz aufregend vorgestellt, als Geschichte für jüngere Mädchen: die erste Liebe, das Kennenlernen – und das mit diesem düster wirkenden Typ, der aber eigentlich richtig toll ist.

Also war die Arbeit am Roman auch ein willkommener Vorwand, Paris erneut zu besuchen?
Bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe, waren wir (Anm.: Kira Licht und ihr Mann) natürlich nochmal in Paris, sind alle Straßen abgelaufen und haben uns alles nochmal genau angeguckt. Theoretisch kann man also anhand der Bücher wirklich durch Paris gehen. Es war mir sehr wichtig, wirklich vorhandene Orte und Straßen in die Geschichte einfließen zu lassen.

Das heißt, du warst auch in dem Café? 
Wir sind daran vorbeigelaufen, ja. Und ich war absolut fasziniert von diesen Stühlen, den Bänken und allem. Alles wirkt dort ja etwas Old-School, fast schon hipstermäßig und ich dachte mir: Okay, wenn ein Café mitspielt, dann ist es dieses hier. Und ich glaube, es könnte auch eines meiner Lieblingscafés werden!

Genau so wirkte es auch beim Lesen. Ich dachte da so bei mir: Ja, da würde ich mich gleich dazu setzen, mir so einen großen Cookies schnappen und es mir einfach gemütlich machen. Gibt es abgesehen vom Ort etwas, was du an deinen Büchern am liebsten magst? Welchen Charakter zum Beispiel?
Ich muss mich da irgendwie immer neu entscheiden. Natürlich Mael, weil er als Love Interest einfach am differenziertesten ausgearbeitet ist. Ich habe aber auch eine ganz große Schwäche für Hermes. Und ich bin sehr froh, dass ich im zweiten Teil einbauen durfte, dass er seine große Liebe wiederbekommt. Das war zwar von Beginn an so angedacht, aber beim Lektorat kam dann doch der Gedanke auf, ob das nicht vielleicht zu viel wird, wenn er auch noch so eine Lovestory bekommt. Aber ich bin froh, dass ich es so umsetzen konnte und diesem schillernden Charakter seine innere Leere nehmen konnte.

Die Autorin beim Signieren :)

Also eindeutig die männlichen Charaktere als Favoriten. Kommen wir mal kurz zu den weiblichen Charakteren: Wie bist du auf die Namen von Tiffy und Evangeline gekommen?
Tiffy wollte ich ganz bewusst so over-the-top anlegen. Wenn sie die Klasse betritt, wollte ich dass es nur einen Gedanken gibt: Boah, so ein pinkfarbener Energieball. Und da musste auch der Name entsprechend passen, daher Tiffany. Und bei Evangeline – da gibt es ja diesen Film mit dem Frosch, der sich in dieses Glühwürmchen verliebt und sie heißt auch Evangeline (Anm.: Küss den Frosch von Disney). Und da ist Evangeline ein riesiger Name für ein Glühwürmchen – und so eben auch für die kleine Motte. Das fand ich sehr passend.

War denn die Reihe von Beginn an als Zweiteiler ausgelegt?
Wir haben zumindest nie über drei Teile gesprochen. Ich habe es anfangs als ein Buch geplant und dann hat One aber sehr schnell gesagt, dass der Stoff lang genug ist für zwei Bücher, weil es sonst für ein Jugendbuch auch einfach zu dick werden würde. Dadurch hat sich dann für mich nochmal etwas mehr Raum für die einzelnen Charaktere ergeben, was mich natürlich sehr gefreut hat.

Und hattest du Mitspracherecht bei den Covern?
Nein. Bei One sind sie jetzt nicht so, dass sie das Cover durchgedrückt hätten, wenn es mir gar nicht gefallen hätte. Tatsächlich ist das finale Cover sogar der erste Entwurf, der von der Agentur kam. Aber grundsätzlich ist es schon so wie bei allen großen Verlagen, dass der Verlag das letzte Wort beim Cover hat.

Hast du viel Feedback von Fans bzw. baust du Feedback auch teilweise ein? Wie wichtig ist dir das Feedback im Schreibprozess?
Im Schreibprozess ist es schwierig, da ich auch keine Leseproben vorab rausgebe. Für Band 2 habe ich aber die Liebesgeschichte von Hermes mit eingebaut, die auch von den Fans gewünscht war. Ich freue mich natürlich immer über Feedback und Post, aber im Schreibprozess muss ich das für mich allein ausmachen. Nur dann merke ich, ob die Geschichte auch “funktioniert”.

Band 1 hat jetzt eine wunderbare Widmung – inklusive kleiner Evangeline :)

Welche Genres liest du persönlich gern? Welches war dein letztes Buch?
Mein letztes Buch war “One True Queen” von Jennifer Benkau. Hauptsächlich lese ich Jugendbuch-Fantasy, da hängt mein Herz dran. Zum Beispiel auch von Stefanie Hasse, Stella Tack oder Claudia Siegmann. Insgesamt lese ich viel von deutschen Kolleginnen. Ich finde es toll, dass wir so eine tolle Fantasy-Landschaft in Deutschland haben, mit starken Protagonistinnen. Da finde ich es auch toll, dass nicht nur Lizenzen eingekauft werden, sondern auch deutsche Autoren immer mehr eine Plattform bekommen. Vor allem Ravensburger und ONE sind da vorn mit dabei.

Welche Orte wären für dich noch spannend für kommende Projekte?
Ich mag die europäischen Großstädte. Lissabon, Rom, Prag. Von mir aus auch Helsinki. Ich muss nicht unbedingt ein Buch nach Amerika verlegen. Also sozusagen die fantastischen Reiseführer durch europäische Hauptstädte. Genau, bei ONE wird es Europa bleiben und bei Ravensburger ist es Texas geworden. Das lag allerdings daran, dass wir New York und eine ländliche Umgebung brauchten, dazu noch das amerikanische Schulsystem.

Hast Du Tipps, um die Messe zu überleben?
Ein Hotel möglichst nah an der Messe, um im Zweifelsfall einen Rückzugsort zu haben. Ansonsten die Termine nicht zu eng aneinander legen. Man sollte mindestens 15-30 Minuten dazwischen für Wege und Trinkpausen einplanen. Und natürlich braucht man ein Handy mit großer Speicherkarte und möglichst viel Traffic.

Und noch ein Abschlussfoto (inklusive „Messe-Tag-4-Blick“)

Zum Abschluss noch einmal vielen Dank an Kira und den ONE-Verlag für die Möglichkeit zu dem Interview – Lara und ich hatten sehr viel Spaß und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen! ❤

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