Fantasy & Dystopie Rezensionen

Fürimmerhaus

Eins meiner Highlights im Bereich Fantasy Standalone ist definitiv Das sternenlose Meer von Erin Morgenstern (Rezension). Als ich den Klappentext von Fürimmerhaus gelesen habe, klang das Setting ein wenig ähnlich, sodass ich sofort interessiert war. ❤️ Ob und wie mir die Geschichte um Carter und das magische Haus gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Vielleicht ist [der Erbauer] auch nicht tot. Vielleicht ist er einfach längst fortgegangen und hat seine Schöpfung sich selbst überlassen.

Fürimmerhaus, S. 175.

Worum geht es?

Carter erwacht, während er nackt in einem Brunnenschacht steckt, ohne Erinnerung daran, wo er herkommt oder wo er sich befindet. Nur seinen Namen weiß er noch – Carter. Das Wasser steigt und er wird aus dem Brunnen herausgespült und landet in einer menschenleeren Halle. Dort trifft er kurze Zeit später auf Emmeline, die ein wundersames Leuchten umgibt. Da ihm keine Wahl bleibt, schließt er sich ihr an und sie klärt ihn ein wenig auf: er befindet sich im Fürimmerhaus, einem Gebäude, das unendlich groß ist und von Monstern wie den Famuli, den Archonten oder der Eulenechse bewohnt wird. Und mittendrin befinden sich sechs Erlöser:innen, die in ihrem früheren Leben ihre Welt gerettet haben – und nun im Fürimmerhaus feststecken. Diese Erklärung wirft zwar nur noch mehr Fragen auf, aber wirkliche Antworten haben weder Emmeline oder die anderen.

Bevor Carter sich darüber jedoch zu viel den Kopf zerbrechen kann, scheint es plötzlich sowohl eine Lösung als auch einen Ausweg aus dem Fürimmerhaus zu geben. Dazu müssen die Erlöser in den inneren Kreis, um zum Raum des Erbauers, des Gründers des Hauses, vorzudringen. Doch von dort ist noch nie jemand zurückgekehrt…

Rezension

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die größten Anteile nehmen Carter und Ambra, eine der Erlöser:innen, ein. Ambra war mir von Beginn an mit ihrem impulsiven Wesen sehr sympathisch, Carter dagegen war mit leider oft zu emotionslos, zeigt beispielsweise kaum Angst. Das wird zwar später erklärt, mir war er aber trotzdem etwas zu unnahbar. Die anderen Erlöser:innen sind sehr individuell gestaltet, sowohl in Bezug auf Aussehen als auch auf Charakter. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man sie sofort auseinanderhalten konnte.

Die Handlung dreht sich natürlich um das Entkommen aus dem Fürimmerhaus. Dabei wird man nach und nach in das Setting eingeführt, weil man praktisch mit Carter alles entdeckt. Eine geniale Idee, da es so kaum Infodump gibt. Überhaupt fand ich das Setting und die Idee großartig, sowohl in Bezug auf die Antagonst:innen als auch die Welt, die sich im Fürimmerhaus auftut. Das Ende der Geschichte war mir persönlich dann etwas zu schnell erzählt, da hätte ich mir gern mehr Hintergrund und mehr Input gewünscht. Da wären einfach ein oder zwei mehr Kapitel hilfreich gewesen.

Sprachlich war ich ziemlich schnell drin in der Geschichte. Man konnte sehr schnell folgen und war sofort in der Geschichte drin. Sowohl Kampfszenen als auch ruhigere Passagen waren toll beschrieben und die Dialoge flüssig. Das Cover gefällt mir von der Idee her sehr, noch großartiger finde ich jedoch die Innengestaltung und die Kapitelanfänge. So genial!

In der Dunkelheit der Keller war die eine Schwärze wie die andere. Diese hier brachte ein Gefühl von Linderung mit sich und – für ein paar kurze, kostbare Augenblicke – beinahe so etwas wie heilsames Vergessen.

Fürimmerhaus, S. 275.

Mein Fazit

Insgesamt hat mir das Fürimmerhaus sehr gut gefallen, auch wenn ich mir vom Ende und der Auflösung etwas mehr erwartet. Die Charaktere und das Setting sind genial und die Idee dieses Hauses ist einfach unfassbar gut. Im Großen und Ganzen gibt es von mir trotzdem definitiv eine Leseempfehlung. Wer also mal eine ganz andere Fantasygeschichte lesen will, sollte sich das Fürimmerhaus definitiv mal anschauen.

Daher bewerte ich „Fürimmerhaus“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Fürimmerhaus
AutorIn: Kai Meyer
Hier in Deutschland erschienen: September 2021
Genre: High Fantasy
Empfohlen: ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5828-6
Seitenzahl der Printausgabe: 384 Seiten
Preis: 18€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Fischer Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

2 Kommentare

  • Reply
    Tanja von "Der Duft von Büchern und Kaffee"
    21 November, 2021 at 20:43

    Hallo Missi,
    deine Rezension gehört zu den ersten, die ich zu Fürimmerhaus gelesen habe. Nachdem ich mich mit einem Freund darüber unterhalten habe, bin ich irgendwie doch sehr neugierig auf das Buch geworden. Von Kai Meyer habe ich die Arkadien-Reihe gelesen, die mir sehr gefallen hat und die ersten zwei Bände von „Die Seiten der Welt“. Mit Die Seiten der Welt hatte ich so ein paar Schwierigkeiten. Ich mochte die fantastischen Ideen des Autors, aber irgendwie war es mir da von allem ein wenig zuviel.

    Fürimmerhaus spricht mich nach dem Lesen deiner Rezension, trotz kleinerer Kritikpunkte, doch sehr an. Wenn es mir im rechten Moment im Kaufhaus begegnet, ich glaube, dann wandert es in den Einkaufskorb :o)

    Vielen Dank für diese schöne Rezension.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Reply
      Missi
      22 November, 2021 at 15:28

      Vielen Dank für deine lieben Worte :) Fürimmerhaus war mein erstes Buch von Kai Meyer, ich werde den Autor aber auf jeden Fall im Blick behalten. Vielleicht ja mit der Arkadien-Reihe? :D

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