Fantasy & Dystopie Rezensionen

Das sternenlose Meer

Über das sternenlose Meer bin ich in erster Linie wegen dem eindrucksvollen Cover gestolpert. Als ich dann im Klappentext etwas von einer unterirdischen Welt voller geheimer Bücher gelesen habe, war ich definitiv interessiert. Aufgrund der Dicke des Buchs habe ich es mir dann aber doch für die Sommerferien aufgehoben – und wurde definitiv nicht enttäuscht. Diese Geschichte ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Sie ist besonders, lässt sich in keine Schublade sortieren und bricht die klassische Romanhandlung auf – und gerade deshalb ist sie definitiv großartig. ❤

Tief unter der Erdoberfläche, fernab von Sonne und Mond, am Ufer des sternenlosen Meers, liegt eine labyrinthartige Ansammlung von Tunneln und Räumen, die voller Geschichten sind. Geschichten, die in Büchern stehen, in Einweckgläsern stecken und an Wände gemalt sind.

Das sternenlose Meer, S. 11.

Worum geht es?

Zachary ist Masterstudent in einem Studiengang für Videospiele. Kurz nach Weihnachten, als das Studium gerade noch wegen der Ferien pausiert, findet er in der Bibliothek ein Buch, das ihm sofort auffällt. Der Titel, Süßes Leid, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, doch es weist weder einen Autor noch eine ISBN auf. Er leiht das Buch aus und nimmt es mit ins Wohnheim, um beim Lesen festzustellen, dass eine der Geschichten aus seiner eigenen Vergangenheit handelt. Zachary ist so fasziniert, dass er beschließt, dem auf den Grund zu gehen.

Nach einiger Recherche stößt er auf Symbole – Biene, Schwert, Schlüssel – die er aus dem Buch Süßes Leid kennt. Erst scheint das nur Theorie zu sein, doch dann wird er plötzlich selbst in die Geschichte hineingezogen und ist nicht mehr nur Leser, sondern Protagonist in einer unterirdischen Welt voller Bücher in einem Kampf zwischen mehreren Parteien, bei denen er nicht weiß, wer die Guten und wer die Bösen sind. Definitiv hingezogen fühlt er sich jedoch zu Dorian, dem er bei seiner Recherche begegnet. Doch zu welcher Seite mag er wohl gehören?

Rezension

Die Geschichte wird kapitelweise erzählt, dabei beginnt jedes Kapitel mit einem Ausschnitt aus Süßes Leid – und später auch aus anderen Büchern – und wird dann aus der Perspektive von Zachary weitergeführt. Die Protagonisten greifen immer wieder Elemente aus den Geschichten auf und manche Elemente oder auch Protagonisten tauchen dann plötzlich in der eigentlichen Handlung auf. Diese verqueren und zugleich faszinierenden Verweise führen dazu, dass man das sternenlose Meer nicht einfach so weglesen kann. Trotzdem ist das Konzept dahinter einfach großartig und es lohnt sich, sich auf die Geschichte einzulassen.

Zachary und auch Dorian und die anderen sind allesamt großartige Charaktere, wobei mir die beiden Herren (und Kat, Zacharys Kommilitonin) am meisten ans Herz gewachsen sind. Es gibt einen kleinen Romance-Part zwischen Zachary und Dorian, der aber nur wenig Raum einnimmt, im Vordergrund steht definitiv das Abenteuer, das Zachary erlebt.

Die Welt hinter den Bienen und Schwertern und Schlüsseln ist absolut großartig und so wunderbar beschrieben, dass man sich direkt darin verlieren kann. Insgesamt fand ich den Schreibstil absolut genial. An einigen Stellen wurde es zwar sehr konfus und ich hatte Schwierigkeiten, zu folgen, aber das hat auch den Reiz der Geschichte ausgemacht. Ein wenig fühlte ich mich wie in einem Setting aus Alice im Wunderland, oder einem Film von Tim Burton – alles ist bunt, konfus und ein wenig verrückt, aber dennoch immer liebenswert. Spannend fand ich auch, dass nichts hinterfragt wird, der Leser muss selbst mit dieser Welt zurechtkommen, die auf mehr als eine Art nicht „normal“ ist.

Das Cover mit den Bändern und Schlüsseln passt hervorragend und ich finde es mit der monochromen Farbgestaltung auch sehr passend.

Das sternenlose Meer

Das eine Buch, das er dabei hat, ist das erste, das je in diese Tiefe hinuntergebracht wurde. Hier unten wurden die Geschichten nie in dieser Weise gebunden, sie bleiben wild und frei.

Das sternenlose Meer, S. 558.

Mein Fazit

Insgesamt hat mich das sternenlose Meer definitiv in seinen Bann gezogen, auch wenn ich nach dem Lesen immer noch offene Fragen habe. Das Setting und die Handlung sind so wunderbar skurril und bunt, dass man es – glaube ich – liebt oder hasst. Wenn ihr jedoch die Filme von Tim Burton mögt und eine surreale Handlung mit sympathischen Protagonisten wollt, dann möchte ich euch dieses Buch eindeutig ans Herz legen.

Daher bewerte ich „Das sternenlose Meer“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Das sternenlose Meer
Autor: Erin Morgenstern
Hier in Deutschland erschienen: Mai 2020
Genre: Urban Fantasy
Empfohlen: keine Angabe
ISBN: 3896676571
Seitenzahl der Printausgabe: 640 Seiten
Preis: 22€ als gebundene Ausgabe (z.B. bei Amazon*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Karl Blessing Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Ein Kommentar

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    Das war mein August 2020 - Himmelsblau.org
    2 September, 2020 at 10:01

    […] Das sternenlose Meer – 4,5 Sterne (Rezension) […]

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