Jugendbücher Rezensionen

Als die Stadt in Flammen stand

Als die Stadt in Flammen stand

Auf das realistische Jugendbuch Als die Stadt in Flammen stand bin ich dank Lara von Vielleichtaberdoch aufmerksam geworden. Der Klappentext klang spannend und die implizierten Themen – Rassismus, Gleichberechtigung und #blacklivesmatter – haben definitiv mehr Sichtbarkeit auf dem Buchmarkt verdient. Wie mir die Geschichte von Campbell und Lena gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Es ergibt keinen Sinn.
Es sind viel mehr Leute unterwegs, als um diese Zeit normal wäre.

Als die Stadt in Flammen stand, S. 149.

Worum geht es?

Campbell ist neu an der McPherson Highschool, nachdem sie seit kurzem bei ihrem Vater lebt. Um sich besser zu integrieren, hat sie sich freiwillig gemeldet, bei einer Sportveranstaltung der Schule im Kiosk Hotdogs und Cola zu verkaufen. Nicht gerechnet hat sie jedoch mit dem Ansturm, der bei dem Spiel plötzlich wie aus dem Nichts beginnt. Plötzlich beginnen die Schüler:innen der unterschiedlichen Schulen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Und Campbell hat nur noch ein Ziel: nichts wie weg. Dass ausgerechnet Lena dabei an ihrer Seite ist, hätte sie nicht erwartet – doch vielleicht ist sie genau die Begleitung, die Campbell braucht, um das hier zu überleben…

Lena will eigentlich nur das Spiel sehen und danach zu ihrem Freund Black. Als die Unruhen beginnen, flüchtet sie sich in den kleinen Kiosk und trifft dort auf Campbell, die Neue an der Schule. Eigentlich würde Lena sich mit jemandem wie ihr nicht abgeben, doch in der Situation halten die beiden plötzlich zusammen und haben nur ein Ziel: irgendwie die Nacht überstehen.

Rezension

Die Geschichte wird abwechselnd aus Lenas und Campbells Perspektive erzählt. Campbell ist als Außenseiterin in der Geschichte für mich trotzdem sympathischer gewesen, ihre Angst und Unsicherheit sind definitiv greifbar. Als weißes Mädchen aus einem völlig anderen Bundesstaat sind für sie solche Unruhen etwas völlig Neues und die Überforderung wirkt authentisch. Lena dagegen, eine BIPoC, ist mit diesen Themen aufgewachsen. Ich mochte sie für ihre bissige Art, allerdings fand ich es etwas anstrengend, wie sehr sie ihren Freund Black (der definitiv unsympathisch war) in den Himmel lobt. Besonders interessant war es, zu verfolgen, wie mit Lena und Campbell zwei völlig unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen und durch die Situation plötzlich trotzdem eine Einheit bilden.

Die Handlung beginnt mit einem Streit an der McPherson High, doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, dahinter stehen Rassismus, Ungerechtigkeit und der Wunsch nach Veränderung. Das Ganze eskaliert rasend schnell und als Leser:in ist man völlig gefesselt von der Handlung, sobald die beiden Mädchen das Gelände der Highschool verlassen haben. Dabei versuchen sie irgendwie, sicher nach Hause zu kommen, was stellenweise fast unmöglich scheint. Hier hätte ich mir mehr Input gewünscht, was die Hintergründe angeht. Vielleicht versteht man als Amerikaner:in die Hintergründe automatisch besser, ich war da weniger informiert und könnte mir vorstellen, dass es anderen Leser:innen der Zielgruppe Jugendlicher ebenso geht. So bleibt man am Ende leider ein wenig im „leeren Raum“ stehen, mit jeder Menge offener Fragen. Zudem hätte ich gern gewusst, wie es mit Lena und Campbell weitergeht, irgendwie haben mir da einfach nochmal 20 Seiten gefehlt. Schade!

Die Sprache ist den amerikanischen Jugendlichen angepasst, das fand ich in der deutschen Übersetzung manchmal leider nicht glaubwürdig und eher anstrengend. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich nicht mehr ganz die Zielgruppe bin. Insgesamt kommt man aber sehr gut durch und es ist alles verständlich. Die Dialoge zwischen Lena und Campbell sind häufig ähnlich, was aber der Situation geschuldet ist. Das Cover lehnt am amerikanischen Original an, was mir gut gefällt. Allerdings ist es mir fast etwas zu unauffällig, ich hätte zumindest allein vom Cover her nicht nach dem Buch gegriffen.

Als die Stadt in Flammen stand

Gott, was für eine Nacht.

Als die Stadt in Flammen stand, S. 251.

Mein Fazit

Insgesamt war die Geschichte von Lena und Campbell definitiv ein spannender Pageturner, der einen Einblick in die Situation von BIPoC in einigen Regionen Amerikas gegeben hat. Ich hätte mir zwar noch ein wenig mehr Input gewünscht und fand Lena manchmal etwas anstrengend, trotzdem ist das Buch extrem interessant zu lesen und lässt einen erschüttert zurück. Von mir gibts daher trotz der Kritik definitiv eine Leseempfehlung!

Daher bewerte ich „Als die Stadt in Flammen stand“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Als die Stadt in Flammen stand
Autor:in: Kimberly Jones
Hier in Deutschland erschienen: September 2021
Genre: Realistisches Jugendbuch
Empfohlen: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31463-0
Seitenzahl der Printausgabe: 272 Seiten
Preis: 10€ als Taschenbuchausgabe (z.B. bei Thalia*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem CBJ Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Ein Kommentar

  • Reply
    Lara
    1 Januar, 2022 at 20:19

    Hallo Missi!

    Ich kann dir da nichts hinzufügen, beim und nach dem Lesen hatte ich die gleichen Kritikpunkte wie du, und mir haben scheinbar auch genau die gleichen Dinge gefallen wie dir ^^

    Liebe Grüße,
    Lara

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