New Adult & Romantik Rezensionen

Feels like #1: Feels like Love

Feels like love

Spätestens seit der what-if-Reihe bin ich ein großer Fan von Sarah Sprinz‘ Schreibstil, die hier unter dem Namen Sarah Heine veröffentlicht hat. Die neue Trilogie behandelt wieder das Thema Medizin, greift aber auch andere Themen auf, dazu aber gleich mehr. Ob mich Sarah auch mit ihrer neuen Reihe überzeugen konnte, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Die Feels-like-Trilogie baut in drei Bänden aufeinander auf. Die What-if-Reihe behandelt drei unabhängig voneinander lesbare ProtagonistInnen. Hier findet ihr die Rezensionen zu What if we drown und What if we stay. ❤

Und später dann, als ich auf der Couch liege, kurz bevor ich einschlafe,
ist mein Name aus ihrem Mund das Letzte, woran ich denke.

Feels like Love, S. 79.

Worum geht es?

Emilia setzt ihr Medizin-Studium in Berlin fort, nachdem ihr Stipendium in München nicht verlängert wurde. Zunächst ist sie ziemlich überfordert von der pulsierenden Hauptstadt und auch ihre WG-Mitbewohnerin ist alles andere als hilfreich. Dann steht jedoch plötzlich Leo in der WG-Küche und nimmt Emilia mit offenen Armen in seinen Freundeskreis auf. So kommt Emilia in Kontakt mit einigen ModestudentInnen, die ihr sofort ans Herz wachsen. Eine ganz besondere Rolle nimmt jedoch Leo ein, der ihr ziemlich schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen will…

Leo ist ebenfalls schnell begeistert von Emilia und lässt sie nach und nach in sein Leben, obwohl er zwischen Studium, eigenem Label und anstehender Fashionweek kaum noch weiß, wo ihm der Kopf steht. Doch Mila erdet ihn, bringt ihn zur Ruhe und schnell kann er sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Obwohl er ihr vertraut, versteckt er seine Schwächen vor ihr, denn Schwäche war in seiner Vergangenheit keine Option. Doch dieses Verstecken führt dazu, dass er mehr als nur ihre Beziehung in Gefahr bringt…

Rezension

Die Geschichte wird abwechselnd aus Milas und Leos Perspektive erzählt. Mila schien mir zunächst eine eher „schwache“ Person zu sein, die viel zweifelt und sehr unsicher ist. Das ist an sich nichts Schlechtes, allerdings fand ich es faszinierend, ihre Entwicklung während des Romans zu beobachten. Leo ist dagegen das genaue Gegenteil und wirkt super kompetent und selbstsicher. Seine Entwicklung ist eher gegensätzlich, zumindest insofern, dass er lernt, Schwäche zuzugeben. Diese Dynamik zwischen den beiden war ein Aspekt, den ich absolut großartig fand. ❤ Ich mochte aber (bis auf Ivana, obviously…) auch die anderen Charaktere sehr und fand es toll, dass sie alle so individuell sind. Vor allem Jojo, Milas Bruder, mochte ich gern.

Die Handlung verläuft relativ langsam, da es ja auch der Auftaktband einer Trilogie ist. Das stört beim Lesen aber überhaupt nicht, da man so Zeit hat, die Charaktere kennenzulernen und sich mit dem Setting und der Dynamik vertraut zu machen. Besonders schön fand ich die (nächtlichen) Gespräche zwischen Mila und Leo. Spätestens ab der Hälfte des Buches kommen dann aber Schlag auf Schlag eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Das wirkt jedoch niemals übertrieben, sondern eher genau so, wie es eben Menschen treffen kann, wenn sie unfassbar viel Pech haben. Ein wenig irritierend fand ich nur Milas Reaktion auf die Situationen. Ich glaube, ich hätte da einfach auch ein paar Zweifel erwartet – sowohl an sich selbst als auch an der Beziehung. Das schien mir einfach ein wenig zu utopisch. Weiterhin fand ich etwas schade, dass es relativ wenig um die Studiengänge ging, obwohl diese ja eigentlich bei beiden unfassbar viel Zeit einnehmen. Da hätte ich mir noch ein paar mehr Details gewünscht außer Milas Aufenthalte in der Charité.

Die Sprache von Sarah ist wie schon bei der what-if-Reihe flüssig, poetisch und einfach wunderbar zu lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten und die Dialoge lesen sich so, als wäre man direkt dabei. Einfach schön. Das Cover sagt mir persönlich nicht so zu, da ich die verschlungene Schrift etwas zu dünn finde, das wirkt einfach etwas verloren. Aber im Großen und Ganzen zählt ja der Inhalt und nicht die Verpackung.

Achtung: Was ich allerdings sehr (!) kritisch fand, ist, dass es keine Triggerwarnung im Buch gibt. Vielleicht bin ich da von anderen Verlagen einfach anderes gewöhnt, aber mich zum Beispiel haben die Themen schon teilweise belastet, obwohl ich keinen persönlichen Bezug dazu habe. Da möchte ich mir gar nicht vorstellen, was das mit Menschen macht, die selbst Betroffene sind oder waren. Lieber MTB-Verlag, vielleicht könnt ihr da nochmal nacharbeiten? Das wäre toll!

Feels like love

Ich will ihn in den Arm nehmen, vor den Dämonen in seinem Kopf beschützen.

Feels like Love, S. 145.

Mein Fazit

Insgesamt fand ich den Auftaktband der Feels-like-Reihe emotional, berührend und sprachlich sehr überzeugend. Als einzigen Kritikpunkt gibt es für mich die (fehlenden) Reaktionen von Mila zum Ende des Buchs und die fehlende Präsenz der Studiengänge für noch ein wenig mehr Authentizität. Nichtsdestotrotz möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, der ein wunderbares Paar auf ihrem Weg begleiten möchte.

Daher bewerte ich „Feels like Love“ mit

Eckdaten auf einen Blick

Titel: Feels like Love
Autorin: Sarah Heine
Hier in Deutschland erschienen: März 2021
Genre: New Adult
ISBN: 3745701623
Seitenzahl der Printausgabe: 352 Seiten
Preis: 12,99€ als broschierte Ausgabe (z.B. bei Amazon*)

*sponsored post ~ Dieser Post ist in Kooperation mit dem Mira Taschenbuch Verlag entstanden. Das Buch wurde mir kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind selbst gemacht und ich gebe meine eigene Meinung wieder. Mehr dazu findet ihr in meinem Kooperationsstatement.

Ein Kommentar

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    Monthly Read - April 2021 - Himmelsblau.org
    3 Mai, 2021 at 18:33

    […] Feels like Love von Sarah Sprinz (4 Sterne – Rezension) […]

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